Siegfried Jäckle, Landwirt des Spittelhofes Oberkirnach, Forum Pro Schwarzwaldbauern spricht über Bauernhöfe als Lernorte für ein neues Wirtschaften, Sa 16:00

“Nachhaltigkeit heißt für mich „das Ganze sehen“. Und um dieses Ganze zu sehen und zu begreifen ist ein Dialogprozess notwendig.” (Siegfried Jäckle)

Siegfried Jäckle gilt im Schwarzwald als Rebell gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft. Er engagiert sich über seinen Hof hinaus als Berater im Amt für Landwirtschaft und im Forum Pro Schwarzwaldbauern, welches seit 1999 als gemeinnütziger Verein existiert. Hauptanliegen des Forums ist der Dialog um andere Formen der Landwirtschaft, abseits von Wachstum und Wettbewerb, publik zu machen. Das Forum Pro Schwarzwaldbauern sieht er als Denkwerkstatt, in welcher Quer- und Weiterdenker*innen Platz finden sollen und der Austausch miteinander das eigene Denken hin zu ökologisch und sozial nachhaltiger Landwirtschaft fördern soll. Die Vision vom Schwarzwaldbauern im Jahr 2080 sieht er unter dem Motto “langsamer-schöner-bunter”, befreit von Wachstum, Wettbewerbspflicht, Abhängigkeit von Öl und Subventionen. Denn:
“Mit Mut, Witz und Widerstand wird der Schwarzwald nicht seiner Vielfalt zu berauben sein. Im Gegenteil: er könnte noch schöner und bunter werden.”

http://forumproschwarzwaldbauern.de/

 

 

 

 

Ein Interview mit znüni – das Müsli Projekt

   Heute haben wir mit Hanna von znüni, Freiburgs Müsli Foodtruck gesprochen. Hanna und ihre Mitbegründerin Andrea bieten seit Oktober letzten Jahres ihre leckeren Müslis, Smoothies, Salate und kleine vegane Leckereien im selbst ausgebauten Foodtruck an. znüni, aus dem alemannischen ‘zu Neun’ verkörpert die erste Pause bzw. das zweite leichte Frühstück am Tag. Sie haben znüni als das Müsli Projekt gestartet, um auszuprobieren wie ein Start-up gestaltet werden kann. Bei znüni läuft alles in eigener Regie vom Foodtruck Ausbau bis hin zu ihren ausgefallenen Müslikreationen.

“Wir wollen was leichtes, gesundes, und vor allem regionales und saisonales auf die Straße bringen, was zudem unglaublich lecker ist”, so Hanna.

Upcycling aus alt wird neu : der selbst ausgebaute und bemalte znüni Foodtruck.

Schon im letzten Jahr wollte znüni als Müsli Projekt am Agrikultur Festival teilnehmen. Dank der Eröffnung im vergangenen Oktober können wir uns dankbar schätzen sie dieses Jahr mit dabei zu haben. Das gesamte Festival werden sie mit ihrem Foodtruck alle Hungrigen und Interessierten mit Müslis, Smoothies, Salaten und den kleinen Kraftpaketen von makea vegaani, überzeugen.
Der Kontakt zum Agrikultur Festival besteht bereits seit langem. znüni verkörpert viele Ideale, die Agrikultur versucht zu vermitteln und zu stärken. znüni setzt auf hohe Qualität. Die zurzeit noch nicht Bio zertifizierten Produkte sind alle in Bio-Qualität. Wichtig ist ihnen der Kontakt zu den Produzenten und den Lieferanten. Authentisch sollen sie sein und im besten Fall auch genauso viel Spaß dabei haben wie das Team von znüni selbst.
Zu einem engen Partner gehört unter anderem der Obsthof Siegel bei dem die Mädels von znüni Stunden in den schönen Apfelplantagen verbringen könnten. Der Hof arbeitet auf Demeter Qualität und scheint mit seiner Authentizität zu punkten.

Hanna im „Apfelparadies“ auf dem Obsthof Siegel.

Am Dienstag, den 4.7. gibt es bei den AgriKultur Wochen um 16 Uhr die Veranstaltung: “Richtig Rechnen”. Dabei geht es um die ökologisch-ökonomische Wende durch eine Anerkennung der Leistungen von Bäuerinnen und Bauern für die Gesellschaft. Auch znüni ist dieses Thema wichtig. Sie versuchen eine hohe regionale ökologische Qualität zu erreichen und dabei ihre Preise konsumenten- und produzenten-freundlich zu gestalten.
Damit werden regionale Strukturen und Bauern wie der Obsthof Siegel unterstützt. Hanna und Andrea setzen auf Regionalität und auch das verkörpert znüni mit Bravour. Für die passende Auswahl ihrer Produzenten und Lieferanten haben sich znüni zu Beginn Zeit genommen und es kommen immer noch tolle weiter CSA Projekte dazu, die sie gerne unterstützen wollen. Ein paar Exoten wie Bananen und Mangos gibt es dann doch im Truck, hier ist ihnen neben der Qualität besonders wichtig, dass diese fair gehandelt sind. Untertandem bezieht znüni seine Cashews von Cashew 4 U.

Zurzeit steht der Truck jeden Donnerstag von 10 Uhr bis ca. 14 Uhr vor dem Kuca Café an der Pädagogischen Hochschule in Littenweiler. Zukünftige Standorte und Veranstaltungen kann man auf ihrer Homepage oder unter Facebook verfolgen.

znüni Foodtruck auf dem Bromberghoffest
Auf die Frage nach Wünschen für die Zukunft antwortete Hanna: ”dass sie sich wünscht, dass znüni als Marke angenommen wird und sie mit ihren gesunden regionalen und saisonalen leckeren Produkten auch zu einer besseren Ernährung beitragen können.” Im Allgemeinen wünscht sie sich mehr Unterstützung und Förderung für CSA Projekte und Foodcoop Initiativen und ist der Meinung, dass Regionalität mehr Beachtung bekommen sollte.
Hanna sieht das AgriKultur Festival als “Plattform, um Aufklärung zu betreiben, zu bilden, informieren und besonders auch die jüngere Generation aufzuklären”. Durch den Austausch auf dem Festival verspricht sich Hanna eine stärkere Verknüpfung des regionalen Netzwerks und sieht ein hohes Potential für neue Ideen.
Dann bleibt ja nur zu hoffen, dass viele hungrige AgriKulturler am Festival den Weg zu euch, znüni finden!
Lieben Dank an znüni und Hanna für das schöne Gespräch. Wir freuen uns, dass ihr uns beim AgriKultur Festival unterstützt!

Wann: AgriKultur Festival 2017
Wo: Eschholzpark
Zeit: das gesamte Festival
Was: Müsli, Smoothies, Salate, Hausgemachte Limo, Cold Brew und Makea Vegaani – die kleinen Kraftpaketen

 

Links:
http://www.znuni.de/
https://www.facebook.com/muesliprojekt/
https://www.makea-vegaani.de/
https://www.facebook.com/makeavegaani/

Weitere Bilder

Andrea auf dem Food & Drink Festival

Herzhaftes

Kleine vegane Leckereien

 

 

 

 

 

Vortrag zum Thema “ Tod in Vertrauter Umgebung” mit Moriz Vohrer und Thomas Mayer am Samstag, 22. Juli 2017 14 Uhr

RAUM ist ausgeschildert am Infozelt und in der E Stein Schule

Gibt es eigentlich noch Menschen, die sich NICHT fragen woher eigentlich ihr Fleisch kommt – geschweige denn wo das Tier gelebt hat oder WIE ES GESCHLACHTET WURDE? Mit diesen Fragen setzen sich Cowfunding Freiburg und der Verein Schlachtung-mit-Achtung in ihren Vorträgen zum Thema “Tod in Vertrauter Umgebung” auseinander. Es geht um “wie hier in Freiburg geschlachtet wird” und “wieso es die Politik es nicht auf die Reihe bekommt, dass man OHNE STRESS auf dem Hof schlachten darf.

Moriz Vohrer
Landwirt, Cowfunding Freiburg Gründer, Umweltwissenschaftler
Moriz war bereits während des Studiums der Forst- und Umweltwissenschaften im Bereich der Entwicklungshilfe tätig. 2016 hat als Quereinsteiger den Hof seiner Eltern auf dem Schauinsland übernommen. Er hält dort Heidschnucken zusammen mit seinem Nachbarn Jochen und hat, um einen besseren Preis für die kleinen Landwirte im Schwarzwald mitzubestimmen, die Plattform www.Cowfunding-Freiburg.de ins Leben gerufen. Hier können Freiburger ihr Fleisch direkt von den Landwirten beziehen.

Thomas Mayer
Landwirt, Mitbegründer der IG Schlachtung mit Achtung
“Wir möchten erreichen, dass auf Seiten der Landwirte und auch auf Seiten der Verbraucher ein Umdenken stattfindet. Das Lebensmittel Fleisch bedarf mehr Wertschätzung und ebenso das Lebewesen, das dahinter steht“ (© copyright 2015 IG Schlachtung mit Achtung).

Die Idee hinter Cowfunding besteht darin, dass lokale Landwirte ihre Tiere den Kunden über eine Plattform vorstellen. Jeder Käufer kann sich ein bestimmtes Tier auswählen und wird sobald das Tier zu 100% verkauft ist mit frischem Weidefleisch beliefert. Dies wirkt der Stadt-Land-Entfremdung entgegen und fördert die regionale Landwirtschaft. Dabei wird besonders auf die ökologische Qualität und Transparenz geachtet. Alle Informationen zu den Höfen und Tieren können online eingesehen werden.
Cowfunding steht in Kontakt mit der Initiative Schlachtung mit Achtung. Diese möchte für „die Tiere einen Tod in ihrer gewohnten Umgebung ermöglichen, ohne Panik, ohne Angst, Strapazen und ohne Transport. Die Abläufe sollen für den interessierten Konsumenten nachvollziehbar sein. Die Herausforderung einer zukunftsträchtigen Landwirtschaft besteht darin in Kreisläufen und Netzwerken zu denken” (© copyright 2015 IG Schlachtung mit Achtung). Thomas Mayer und Sandra Kopf, Gründer der IG Schlachtung mit Achtung, befassen sich aus dieser Motivation heraus mit dem Tabuthema Schlachten. Zu einem artgerechten Leben gehört auch das Töten, was er in dem Vortrag zum Thema “Tierwohl, Schlachtung mit Achtung” genauer beleuchten wird.
Die Referierenden werden in ihrem Vortrag beide Initiativen beleuchten und Raum für Fragen, Diskussionen und Anmerkungen geben.

Links:

Home


https://www.schlachtung-mit-achtung.de/home/flyer/

 

 

 

 

Kochshow “Bienen Essen”- Sind wir bald entomovegan? Sind Insekten unsere Nahrung von morgen? Samstag, 1. Juli 2017  19:00

Cafe Huber Wentzingerstr 46 79106 Freiburg i.B.

Als Auftakt der Agrikulturwochen 2017 wird Stefanie Koch, Freiburger Imkerin und Mitgründerin der BienenCoop in einer informativen Kochshow das japanische Gericht Haschinoko, zu deutsch „Bienen Kinder“ zubereiten.

Es wird darüber gesprochen warum Larven ein äußerst gesundes und nahrhaftes Nahrungsmittel sind und was das Essen von Larven mit dem Klima und der Welt zu tun hat.

Drohnenbrut – die männlichen Larven der Honigbiene – ist Andernorts auf dieser Welt eine hochgeschätzte Delikatesse. Einst standen auch bei uns Insekten auf dem Speiseplan. Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurden hier kandierte Maikäfer oder Maikäfersuppe nicht nur gegessen, sondern als köstlich angepriesen. Insekten als Nahrungsmittel sind bei uns heute quasi ausgestorben, wenn gleich ein Insekt eine tragende, vielleicht sogar die Hauptrolle in der Produktion unserer Lebensmittel spielt – die Honigbiene. Noch viel wichtiger als die Produktion von Honig, ist ihre Bestäubungsleistung. Ohne diese würden die Erträge bestimmter Früchte um bis zu 80% zurückgehen. Nichts desto Trotz würde uns im Traum nicht einfallen sie zu essen. Aus Sympathie? Aus Ekel? Ein überaus polarisierendes Thema. Dennoch naheliegend. Denn Insekten werden auch bei uns zunehmend als Fleischersatz angepriesen. Aber warum von weit her Insekten zum Verzehr importieren wenn sie hier direkt zur Verfügung stehen und mehr noch, als Abfallprodukt der Imkerei, in konventionellen, wie auch in ökologischen Imkereien, entsorgt werden.

Dieses Vorgehen dient dem Erhalt des Bienenvolkes: Die sich in den Waben befindenden Larven können von einer schädlichen Milbe, der Varroa – Milbe befallen sein, durch die das Volk ohne entsprechende Maßnahmen sterben würde. Diese Milbe legt ihre Eier bevorzugt in die männlichen Waben. Ein Entwicklungszyklus einer Generation männlicher Bienen Larven kann den Bestand der Milbe in einem Bienenvolk bis zu verfünffachen. Der ursprüngliche Wirt des Parasiten, die asiatische Honigbiene, nutzt die Drohnenbrut als Falle. Die Imker*innen ahmen dies nach und entfernen die Drohnenbrut um den Bestand der Milbe zu reduzieren. Diese Maßnahme ist also tatsächlich existenziell für das Überleben eines Bienenvolkes. Die Drohnebrut wird in den meisten Fällen entsorgt. Dazu gibt es in Deutschland keine genaueren Zahlen, es muss sich aber um mehrere Tonnen pro Jahr handeln. Das ist sehr verschwenderisch, denn die Insekten sind überaus nahrhaft und beinhalten nebst Proteinen seltene Stoffe wie Vitamine, Eisen, Zink und Iod. Die Idee, diese „Abfallprodukte“ weiterzuverwerten ist entsprechend sinnvoll und für viele Imker*innen eine große Chance ein sonst sehr unschönes Geschäft in einen Wert zu überführen. Aber gibt es dafür einen Markt? Grundsätzlich assoziieren wir mit Insekten Ungeziefer und Krankheitsüberträger, weshalb es ein Tabu ist sie zu essen. Aber das Gegenteil ist der Fall, zumindest am Beispiel der Honigbiene. Die Brut der Bienen ist von Hause aus ein Produkt höchster Qualität, jede Larve wird durch ihre Geschwister genaustens inspiziert und jede fragwürdig entwickelte entsorgt.

Darüber hinaus kann uns der Verzehr von Bienen helfen unseren ökologischen Fußabdruck deutlich zu verringern. Der hohe Fleischkonsum frisst unsere Ressourcen – Land, Wälder, Energie – und ist klimaschädlich. „Weiter wie bisher ist keine Option.“ lautet ein Satz aus dem Weltagrarbericht von 2008. Trotzdem gibt es Prognosen der FAO die eine Verdoppelung des weltweiten Fleischkonsums bis zum Jahr 2050 im Vergleich zum Jahre 2000 vermuten. Schon heute nimmt die Produktion tierischer Produkte schätzungsweise bis zu 70% unserer landwirtschaftlichen Flächen in Anspruch. Die Produktion einer tierischen Kalorie verbraucht bis zu 7 pflanzliche Kalorien… Man muss kein Mathematiker sein um zu begreifen, dass die Welt mit ihren Ressourcen schon heute am Ende ist.

Die zwingende Schlussfolgerung: Wir benötigen eine alternative Esskultur. Insekten erzeugen pro Kilogramm Futter zwölf mal so viel Nahrung wie Rinder und fünf mal so viel wie Schweine. Insekten können ein Fleischersatz sein. Das hat auch die EU erkannt und arbeitet derzeit an einer EU weiten Richtlinie, die die Rechte der sechsbeinigen Tiere und die Hygienestandards ihrer Produktion regelt.

 

 

 

 

 

“Die Humusrevolution” – Veranstaltung mit Ute Scheub. Am Freitag, d. 14.7. 2017 um 19 Uhr 30 im Weingut Dilger, Urachstrasse 3.  Eintritt frei, Spenden erbeten

Flyer zum Runterladen: Humusrevolution_Ute Scheub_2017

Das Grundrezept:
* Ersatz der Agroindustrie durch regenerative Agrikultur,
* Ersatz der Fossilenergie durch regenerative Energien.
Die Lösung liegt uns buchstäblich zu Füßen. Die Natur hilft uns mit dem Wunder der Photosynthese, den Kohlenstoff aus dem atmosphärischen Kohlendioxid dorthin zu bringen, wo er herstammt und nun dramatisch fehlt: in den Boden. Humusaufbau entzieht der Atmosphäre Treibhausgase, macht den Boden fruchtbar, sichert die Ernährung, erneuert das Grund- und Trinkwasser, sorgt für gesunde Pflanzen, Tiere, Menschen, regeneriert ganze Landschaften, drängt Versteppung und Verwüstung zurück, schafft Millionen sinnvoller Arbeitsstellen. Eine Win-Win-Win-Lösung. Viele Beispielprojekte im In- und Ausland zeigen, wie es geht.
Wir brauchen dafür keine High-Tech, kein gefährliches Geo-Engineering, keinen globalen CO2-Handel, keine Gentechnik, keine chemischen oder bioökonomischen Mixturen aus den Labors der Agrokonzerne. Eine rein biologische Ernährung der Weltbevölkerung ist möglich, und sie ist nötig, denn sie hilft bei der Heilung der Ökosysteme. Mehr noch: In einer Welt voller Gewaltkonflikte um Ressourcen und Millionen von Umweltflüchtlingen ist regenerative Agrikultur ein Schlüssel zum Frieden.
Den Schlüssel zu kennen reicht allerdings nicht. Das Tor zur Regeneration der Erde wird von Agrokonzernen, Großgrundbesitzern und Wirtschaftslobbyisten blockiert. Wichtiger als CO2-Handel wäre eine Landreform zugunsten von (klein)bäuerlichen Höfen, die agrarökologisch produzieren, und eine Streichung aller direkten und indirekten Subventionen für umweltzerstörende Produktion von Lebensmittel und ihren Export. Wir brauchen wahre Preise, die den ökosozialen Schaden oder Nutzen eines Produkts ausweisen.
Die global verflochtene Agroindustrie mit Konzernen wie Monsanto & Co gefährdet das Überleben der Menschheit genauso wie die Energiekonzerne. Sie muss zurückgedrängt werden zugunsten von gemeinnützigen Stiftungen und Organisationen, die in die vernachlässigte agrarökologische Forschung investieren und die Kleinbauern und vor allem Kleinbäuerinnen weltweit unterstützen.
Mit Wissen über regenerative Methoden, das alte Traditionen mit neuen Erkenntnissen verbindet, kann auf weit kleineren Flächen als bisher mehr und intensiver geerntet werden. Permakultur, Biointensivkulturen, pfluglose Bodenbearbeitung, Terra Preta, Holistisches Weidemanagement, Agroforstsysteme und weitere Praktiken weisen den Weg. Eine Region, die so wirtschaftet, kann Flächen an die Wildnis zurückgeben und gefährdeten Arten ein Refugium bieten. Denn das Artensterben gefährdet das Überleben der Menschheit inzwischen mehr als die Klimakrise.
Alle Lösungen sind vorhanden. Wir brauchen nur eine entschlossene Zivilgesellschaft, die sie durchsetzt, und Politiker, die nicht länger die Agroindustrie strukturell bevorzugen. Eine solche Agrarwende würde in Deutschland laut Umfragen von einer großen Bevölkerungsmehrheit unterstützt.
Wir brauchen einen nationalen und internationalen Zusammenschluss von Kleinbauern-, Umwelt-, Klima- und Ernährungsbewegungen. Oder um Ronnie Cummins als Mitbegründer des globalen Bündnisses »Regeneration International« zu zitieren: Es bedarf einer »massiven Graswurzelarmee von Erd-Regenerierenden: drei Milliarden Kleinbauern und Dorfbewohnerinnen, Rancher, Hirten, Waldbewohnerinnen, Stadtgärtner und indigene Gemeinden – assistiert von mehreren Milliarden bewussten Konsumenten und urbanen Aktivistinnen.«
 Regeneration ist möglich – lokal, regional, national und global. Worauf warten wir noch?

 

 

 

 

Humus- und Nährstoffrückgewinnung aus menschlichen Ausscheidungen, mit Florian Aurel Augustin

 
Sonntag 12Uhr im Chemieraum 010 A der Gewerbeschule am Eschholzpark
 

Fruchtbarer Boden ist eine schwindende Ressource. Für die meisten Menschen, die heute in Städten leben, ist dies noch kein sichtbares, spürbares Problem. Synthetische Dünger und günstige Transportmöglichkeiten auf Kosten fossiler Energieträger sorgen noch dafür, dass unsere Supermärkte überquellen mit Lebensmitteln. Menschliche Auscheidungen in einen landwirtschaftlichen Kreislauf zu bringen, ist in der westlichen Kultur tabuisiert – doch geht es hierbei um unsere Existenzgrundlage: den Kreislauf von überlebensnotwendigen Nährstoffen und den Erhalt von Bodenfruchtbarkeit.

Seit nun einem Jahrhundert bringen wir Menschen Energie auf, um Nährstoffe künstlich Herzustellen oder aus Bergwerken zu extrahieren. Konsumieren und scheiden diese in eigenltich nutzbarer Form wieder aus. Bringen dann aber wieder enorme Enerige auf, um sie in Klärwerken zu vernichten.
Die Energie der Herstellung und der Entsorgung bräuchten wir nicht aufbringen, wenn wir den Spieß umdrehen und aus unseren Ausscheidungen eine Resource erschaffen – fruchtbaren Boden.

Florian Augustin ist mitgründer der Freiburger Firma Ö-Klo und beschäftigt sich seit 5 Jahren wissenschaftlich und praxisorientiert mit produktiven Sanitärsystemen. Der Vortrag beleuchtet die Problematik der heutigen Linearwirtschaft und präsentiert Alternativen, die auch während des gesamten Agrikultur Festivals hautnah auf den mobilen Ö-Klo Komposttoiletten erlebbar werden.

 

 

 

 

 

Vortrag und Verkostung “Leaf to Root” am Sa 18:00 AgriKultur Festival Eschholzpark Freiburg

Karottenkraut, Radieschenblatt, Melonenschale & Co. – Esther Kern, Co-Autorin vom Buch «Leaf to Root», gibt Einblick in die Welt vom Gemüse und zeigt, wie es von Blatt bis Wurzel verkocht wird. Sie erzählt, was Spitzenköche aus speziellen Gemüseteilen zubereiten, wie Bohnenblatt, Maisspindel oder Kürbistriebe in anderen Ländern traditionell gekocht werden oder wie man diese früher, in alten Kochbüchern, verwendete. Und: Natürlich wird das eine oder andere Gemüseteil verkostet. Der Vortrag von Esther Kern, Food-Journalistin und Autorin aus Zürich, inspiriert, Gemüse mit ganz neuen Augen zu betrachten.

Buchinfo: «Leaf to Root – Gemüse essen vom Blatt bis zur Wurzel», Esther Kern, Sylvan Müller, Pascal Haag, AT Verlag, 49.90 Euro, www.leaf-to-root.com, www.estherkern.ch

 

 

 

 

 

 

                 «Leaf to Root» meets Kantine

Esther Kern, Co-Autorin vom Buch «Leaf to Root», trifft auf die ‘Macher’  der Vauban-Kantine. «Leaf to Root», das bedeutet, Gemüse essen von Blatt bis Wurzel – das gleichnamig Buch wurde soeben in China als drittbestes vegetarisches Kochbuch der Welt ausgezeichnet. 
Was «Leaf to Root» konkret bedeutet, wie Karottenkaut, Radieschenblatt, Melonenschale & Co. schmecken, erleben Kantine-Gäste an diesem speziellen Abend. Saisonale Küche, von Foodaktivisten der Region, mit Stumpf und Stiel, Geschichten über Blatt und Knolle, dazu feine Weine vom Schönberg. Das  ganze Paket als fancy dinner, am 21.7. , 18:00 in der Kantine Freiburg-Vauban, Marie Curie Str 1. Anmeldung nötig unter : info@kantinefreiburg.de
 
Infos zum Buch:
«Leaf to Root – Gemüse essen vom Blatt bis zur Wurzel», Esther Kern, Sylvan Müller, Pascal Haag, AT Verlag, 49.90 Euro
www.leaf-to-root-com/www.estherkern.ch