Kultur

Ausstellung zur Gemeinsamen Agrarpolitik

Raum 017

GAP comic

Die Landwirtschaft in Europa wird maßgeblich durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union gestaltet. Mit Milliardenbeträgen fördert die EU jedes Jahr landwirtschaftliche Betriebe und setzt damit wichtige Anreize für die Zukunft von Landwirtschaft und Ernährung.

Doch die GAP ist mehr als ein Fördersystem. Die EU kann Regeln schaffen, die bestimmen, wie Lebensmittel produziert werden, welche Umweltstandards gelten und wie öffentliche Gelder eingesetzt werden. Sie kann Kennzeichnungspflichten für gentechnisch veränderte Organismen einführen, damit Verbraucherinnen wissen, was auf ihren Tellern landet. Sie kann Maßnahmen fördern, die das Höfesterben bremsen und lebendige ländliche Räume erhalten. Sie entscheidet über Ziele und Förderprogramme zur Wiederherstellung der Natur, über die Reduktion von Pestiziden und über die Unterstützung gesunder Schulverpflegung. Auch faire Preise für Verbraucherinnen und existenzsichernde Einkommen für Bäuer*innen könnten durch entsprechende politische Rahmenbedingungen gestärkt werden.

Der Comic dieser Ausstellung zeigt, welche Möglichkeiten die GAP bietet, um eine sozial-ökologische Agrarwende zu finanzieren und damit Landwirtschaft, Klima-, Umwelt- und Tierschutz zusammenzudenken.

Die politische Realität sieht jedoch oft anders aus. Der Kritische Agrarbericht 2026 beschreibt eine Agrarpolitik im Rückwärtsgang: Reformen stocken, bäuerliche Betriebe geraten weiter unter Druck, und unter dem Schlagwort „Bürokratieabbau“ werden wichtige Regeln für Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutz infrage gestellt. Statt die Agrar- und Ernährungswende konsequent voranzutreiben, drohen Rückschritte bei Pestizidregulierung, Tierschutz, Gentechnik-Kennzeichnung und der Förderung gemeinwohlorientierter Landwirtschaft. Gleichzeitig wächst der Druck auf Höfe und ländliche Regionen. Der Bericht zeigt, warum es gerade jetzt politische Mehrheiten für eine Agrarförderung braucht, die öffentliche Gelder konsequent an Leistungen für Umwelt, Klima, Artenvielfalt, Tierschutz und gesellschaftlichen Nutzen bindet.

Weiterführende Informationen bietet der Kritische Agrarbericht 2026 – Wandel & Widerstand.