AgriKultur Festival 2022

Willkommen zum AgriKultur Festival 2022, es fand vom 22-24 Juli im Eschholpark und der angrenzenden Edith Stein Schule statt.

Danke an alle Beteiligten, UnterstützerInnen und HelferInnen, es war ein ganz tolles Festival 2022!

Hier der Bericht in der Badischen Zeitung

und von Radio Dreyeckland

https://rdl.de/beitrag/von-agroforst-bis-saatgutreform

Bild: Marc Doradzillo
Bild: Marc Doradzillo
Bild: Marc Doradzillo
Bild: Marc Doradzillo
Bild: Marc Doradzillo
Bild: Marc Doradzillo
Bild: Noah Kohler
Bild: Noah Kohler
Bild: Noah Kohler
Bild: Noah Kohler
Bild: Kwasi Banane (was.geht ÄT kwasibanane.de)
Bild: Kwasi Banane (was.geht ÄT kwasibanane.de)
Bild: Kwasi Banane (was.geht ÄT kwasibanane.de)
Bild: Kwasi Banane (was.geht ÄT kwasibanane.de)
Bild: Kwasi Banane (was.geht ÄT kwasibanane.de)
Bild: Noah Kohler
Bild: Noah Kohler
Bild: Noah Kohler
Bild: Noah Kohler
Bild: Noah Kohler

Sound Installation “Second Earth” von Andropolis aus Berlin

Eben noch im Eschholzpark Freiburg, jetzt online hörbar! Die Soundinstallation von Andropolis!

Reaktionen

..gerne möchte ich für das ebenso unterhaltsame wie informative Kochworkshop am Samstag, 23.07.2022 bedanken, bei den Organisatoren, bei der charmanten Chef-Köchin und den Teilnehmern… (Katharina)

…Das gesamte Team von Les Surcyclés möchte sich ganz herzlich bei Ihnen 
für die tolle Veranstaltung und die gesamte Organisation bedanken… (Clara)

…Das war total schön bei Euch! Was für eine wunderschöne Stimmung!… (Florian)

…Très GRAND KLASSE: WAOUH (comme on dit en bon français) !… (Fritz)

…Ich fand die Stimmung und das Angebot jedenfalls ganz großartig, vielen Dank dafür!.. (Carlotta)

..wir sind begeistert  von dem, was so alles angeboten wir, wir fanden es bereichernd und interessant. Leider hat uns die Juli-Hitze wieder sehr zu schaffen gemacht, weshalb wir leider nicht lange bleiben konnten. Auch die erwünschte Mithilfe beim Kartoffeln-Schnippeln konnten wir nicht leisten. Das finden wir richtig schade! Was haltet ihr in Anbetracht des Klimawandels davon, es  Ende Mai/Anfang Juni stattfinden zu lassen? Oder Ende September?… (Hildegard und Alfred)

…danke für euer Festival. Es ist immer wieder toll, was ihr auf die Beine stellt… (Jasmin)

Hier die “graphic recordings” (visuelle Zusammenfassungen) von den meisten Panels und die jeweiligen Kurz Interviews mit den Referentinnen und Referenten von unserem Mediapartner TerrABC!

Panel Make the cow green again (graphic recording Jakob Kohlbrenner)

Prof. Dr. Andreas Gattinger, Uni Giessen

1) Was ist Agrikultur für Dich?

Wörtlich übersetzt – das Land zu kultivieren, Landwirtschaft mit allen Beteiligten zu betreiben. Einflechten möchte ich, dass für mich zu dem Begriff auch Bauer, bäuerliche Landwirtschaft dazu gehört. Und Bauer, das kommt aus dem mittelhochdeutschen und bedeutet Dorfgenosse / Nachbar. Landwirtschaft begreifen als „einer von uns“ macht’s, dann ist auch die Spaltung von Stadt und Land kein Thema.

2) Was kann Landwirtschaft / Ernährung beim Thema Klimawandel beitragen?

Landwirtschaft hat beim Thema Klima eine dreifache Rolle: 1. Sie ist der Sektor, der am stärksten vom Klimawandel betroffen ist. 2. Landwirtschaft trägt über Emissionen Mitschuld am menschengemachten Klimawandel 3. Gute Landwirtschaft kann Teil der Lösung sein, auch mit klimapositiven Aktivitäten, z.B. Baumwirtschaft im gemischten System, Dauerkulturen. Im Holz kann der Kohlenstoff über Generationen gebunden werden, erst als Baum und dann als Nutzholz in der Baumwirtschaft.

3) Was ist Dein Steckenpferd, das Du hier präsentiert hast und das Dich begeistert?

Der Systemblick, der Blick auf’s Ganze und wie alles zusammenhängt, auch wenn das sehr schwer zu erfassen ist. Wie Co2 rein und raus kommt, das ist im Boden leicht zu messen. Doch rauszufinden, was verschiedene Massnahmen / Betriebsweisen für das gesamte System, den Klimawandel bedeuten, das ist extrem schwierig, doch genau das finde ich auch sehr spannend.

In der Wissenschaft gibt es aus gutem Grund die verschiedenen Fachdisziplinen, doch für eine Transformation braucht es mehr als Sektoren-Denken, das gesamte System muss betrachtet werden, um dann die richtigen politischen Entscheidungen zu fällen und die Gesellschaft mitzunehmen. „Die Kuh ist ein Klimakiller“, so ein plakativer Spruch macht’s es schlimmer und ist nicht hilfreich. 

Sonja Kay, Agroscope Zürich

1) Was ist Agrikultur für Dich?

Agrikultur, das ist für mich das Bewirtschaften von Landschaft, nicht nur Feldern, um etwas zu produzieren, ein Produkt zu erhalten. Kultur, das beinhaltet auch Tradition und was sich daraus entwickelt und die Kultur drumherum, die entsteht. Zum Beispiel die Kirschbäume im Basel-Land und der Kirsch als Kulturtradition in dieser Region. Oder die Walnüsse und die Bündner Nusstorte in Graubünden.

2) Was kann Landwirtschaft / Ernährung beim Thema Klimawandel beitragen?

Viel, weil wir durch unsere Ernährung entscheiden, was und wie angebaut wird, was in der Region auf den Feldern steht. Die Komsumenten können und müssen viel mit regeln. Produzenten, Konsumenten und Politik müssen Hand in Hand arbeiten. Die Wertschöpfung muss auch da sein, Produzenten können vorschlagen, doch Konsumenten müssen auch kaufen, klimaschonend konsumieren.

3) Was ist Dein Steckenpferd, das Du hier präsentiert hast und das Dich begeistert?

Agroforst ist ein spannendes System. Ich komme vom Hof und habe Forstwirtschaft studiert. Im einen System hat man Erträge erst in 100 Jahren, im anderen nach einem Jahr. Warum kombiniert man die Systeme nicht? Streuobstwiesen sind wunderschön, die Landschaft um Tübingen rum. Diese alten Systeme kann man wieder nutzen, als moderne Agroforstsysteme. So dass man unter den heutigen Bedingungen bewirtschaften kann, maschinell und wirtschaftlich interessant. Der Klimawandel ist da, es braucht resiliente Lösungen. Extremwetterereignisse werden zunehmen, ich hoffe, dass Bäume diese puffern können. Erfahrungen in Frankreich zeigen z.B., dass Getreide im Agroforst nicht so schnell notreif wird.

Fredi Rutschmann, Hof Gasswies

1) Was ist für Dich Agrikultur?

Das ist die Verbindung vom Mensch zu der Landwirtschaft. Wir müssen eine neue Kultur entwickeln, die die Leute mit der Landwirtschaft verbindet. Ich sehne mich nach Verbindung. Die Sehnsucht Leute mit meinem Hof zu verbinden, das ist Kultur. Wir sind am Dorf, ich ernähre sie und das Dorf hat die Aufgabe, dass ich davon leben kann. Ich möchte eine gute Landwirtschaft machen, so dass das Dorf in einer schönen Gegend wohnt, mit schönen, bunten Kulturen. Die Welt braucht Sesshaftigkeit. Wir müssen es schaffen, dass die Mensch im Dorf bleiben möchten. Wenn wir es schaffen, dass es schöne Landschaften gibt – zum Beispiel ein Leinfeld um die Mittagszeit, das ist wie ein Meer – dann braucht man nicht mehr fliegen, um ans Meer zu kommen. Da wo wir sind gefällt es uns dann. Und wenn wir auch die Lebensmittel produzieren, die das Dorf will. Dann wird’s bunt. Und wenn die im Dorf dann schauen, dass ich davon leben kann, dann ist es ein Traum von mir, dass ich die Subventionen zurückzahle, dass ich die gar nicht mehr brauche. 

2) Was kann Landwirtschaft / Ernährung beim Thema Klimawandel beitragen?

Landwirtschaft als Gemeinschaft von Menschen und dann sind wir verantwortlich für das Klima. Wir uns so ernähren, dass das Klima geschont wird. Wir uns als Menschen zum Hof stllen, wieder persönlich werden. So dass ich als Bauer für Dich produziere. Das grosse Ganze mit vielen kleinen Bausteinen. Alle zusammen werden dann mit Fruchtbarkeit gedankt. 

Ich habe mir vorgenommen, den Hof mal fruchtbarer wieder abzugeben, als ganzen Ort gedacht. Ich habe lange gebraucht bis ich die ökologische Landwirtschaft verstanden habe, dann die Zusammenhänge und mittlerweile kann ich annähernd das Konzept des Organismus verstehen. Es geht nicht um einzelne Betriebszweige, es geht immer um das Gesamtkonzept. Da werden Unkräuter zu Zeigerpflanzen. Und es geht nicht mehr darum zu kämpfen, sondern zu schauen, was Dir die Pflanze zeigt. Da kommt dann der Punkt, wo die Natur Dich an die Hand nimmt und Dich führt. Du musst nur noch betrachten. Diese Erfahrung wünsche ich jedem jungen Landwirt. Denn ab da vertraust Du Deinem Bauchgefühl. 

Wir machen seit vielen Jahren kuhgebundene Kälberaufzucht auf dem Hof… dieser Moment, wenn die Kälber an den Kühen trinken und die Kuh dann so einen Frieden ausstrahlt, das zu sehen ud zu spüre macht mir immer wieder Mut weiterzumachen. Das möchte ich auch anderen vermitteln. Die Erfahrung dieses Momentes, wo das passiert. Ich geniesse dies heute immer noch wie am 1. Tag. 

Ich lerne von den Kühen. Sie weiden, geben Milch und Fleisch und der Boden wird fruchtbarer. Dieses Beispiel zu erleben ist der Antrieb für mich, Landwirtschaft immer weiterzuentwickeln und weiterzumachen.

3) Was ist Dein Steckenpferd, das Du hier präsentiert hast und das Dich begeistert?

Das ist z.B. die Auseinandersetzung damit wie der Hof in Gemeinschaft geht, wie wir das umsetzen können. Und die persönliche Veränderung, die es dabei braucht. Ich versuche alle Entscheidungen, die ich auf dem Hof fälle, mit dem Wir-Gedanken zu fällen. Bei jeder Entscheidung überprüfe ich kurz: Was ist gut für das Ganze, für den Hof. Statt ich wir. Das ist nicht einfach, doch es entsteht etwas ganz anderes daraus. Bei der Stallplanung haben wir beschlossen nicht nur eine einfache Heutrocknung zu bauen, wie wir sie für die Kühe bräuchten, sondern diese gleich so konstruieren, dass wir auch Getreide und Hackschnitzel trocknen können. Und den Melkstand haben wir so konzipiert, dass er dank einer Zwischen-Desinfektion die beste Milchqualität ermöglicht. Dies ist wichtig falls wir zukünftig mal eine eigene Milchverarbeitung auf dem Hof haben. Ich schaue, dass immer alle etwas von den Entscheidungen haben. 

Beim Klimawandel zählt die Vielfalt, es braucht diese ganzen Bausteine: Acker, Wald und Grünland verbinden, Mehrnutzungssysteme, Aufbereitung des Komposts, Bindung von Nährstoffen, regenerative Landwirtschaft, Begrünung des Ackers, so dass ständige Photosynthese möglich ist. Das Ganze zusammen braucht es, wir müssen das Organismusdenken wieder aktivieren. 

Panel Wer macht uns satt? (graphic recording Jakob Kohlbrenner)
Soziale Landwirtschaft (graphic recording Jakob Kohlbrenner)

Panel SOZIALE LANDWIRTSCHAFT

Lena Franke (Uni Witzenhausen)

1) Was ist für Dich Agrikultur?

Rückkehr zu unseren Ursprüngen, uns diese bewusst machen. Landwirtschaft nicht als Berufssparte sondern als etwas, das mit unserem Alltag, unserem Leben verbunden ist.

2) Was kann soziale Landwirtschaft, was „normale“ Landwirtschaft nicht kann?Was sind ihre Stärken?

Soziale Landwirtschaft kann Landwirtschaft erweitern, sie kann Türöffner sein für eine Bewusstwerdung der Landwirtschaft. Inklusion der Landwirtschaft in Gesellschaft und andersherum. Ich denke Soziale Landwirtschaft ist ein Mittel für alle, um wieder mit der Lebensmittelproduktion in Verbindung zu kommen und daran teilzunehmen. 

3) Was ist Dein Steckenpferd bei diesem Thema? Was begeistert Dich?

Mit Menschen in Kontakt zu kommen, es ihnen ermöglichen zurück zum Ursprung zu kommen,  persönlich zu wachsen. Ich möchte Räume schaffen, wo wir unsere Vision von ökologischer und sozialer Landwirtschaft denken können und dies auch im Sinne von Begleitung und Beratung. 

Thomas van Elsen (www.petrarca.info)

1) Was ist für Dich Agrikultur?

Landwirtschaft neu zu denken, so dass nicht nur Lebensmittel erzeugt werden und Natur ausgebeutet wird, sondern dass es sich in Richtung eines Nehmens und Gebens entwickelt. 

2) Was kann soziale Landwirtschaft, was „normale“ Landwirtschaft nicht kann?Was sind ihre Stärken?

Wieder mehr Menschen in Landwirtschaft zu inkludieren und auch die Perspektive einer ökologischen und sozialen Inklusion. Das meint pflegende Zuwendung sowohl zur Natur, zu Pflanze und zum Tier als auch zum Menschen zu entwickeln. 

3) Was ist Dein Steckenpferd bei diesem Thema? Was begeistert Dich?

Landwirtschaft neu denken und damit auch eine Perspektive für eine soziale Landwirtschaft entwickeln. Wenn viele Menschen diese als sinnvoll erachten und bereit sind es auszutesten, dann möchte ich der vernetzende Part sein. Ich bin schon lange an dem Thema dran. Ich möchte die Spinne im Netz sein, Menschen und Initiativen unterstützen und begleiten und an der Erweiterung der Sozialen Landwirtschaft mitarbeiten. 

Jiri Prachar (AMPI, Prag)

1) Was ist für Dich Agrikultur?

Ich bin Landwirt. Und da sind gerade immer viele Begriffe… regenerative Landwirtschaft, pfluglose Landwirtschaft, carbon farming…. Eigentlich ist doch alles ökologische Landwirtschaft und es sind jeweils nur verschiedene Aspekte auf die fokussiert wird. Bei der biodynamischen Landwirtschaft ist oft auch eine soziale Initiative dabei. 

Ein Aspekt, der gerade viel diskutiert wird: Es ist so trocken, man soll nicht so viel pflügen, das Bodenleben nicht stören… Doch so etwas ist immer nur richtig in einem bestimmten Moment, an einem bestimmten Ort. Das kann man nicht generalisieren, immer ohne Pflug. Manchmal braucht es doch mal eine tiefere Lockerung. Landwirtschaft ist auch Kunst oder Handwerk. Die regenerative Produktionsweise ist oft gut, weil wir keine Winter mehr haben. Da ist die dauerhafte Bodenbedeckung gut. Frostgare kein Thema mehr. 

Agrikultur – da gehört auch der soziale Aspekt dazu, nicht nur an den Ertrag und sich selbst denken, sondern auch an die Natur, die Kulturlandschaft. Keine industrielle Lebensmittelproduktion machen. 

2) Was kann soziale Landwirtschaft, was „normale“ Landwirtschaft nicht kann?Was sind ihre Stärken?

Was ist denn normale Landwirtschaft? Es braucht den sozialen Aspekt in der Landwirtschaft und der fehlt heute oft. Das Soziale ist eine Herausforderung. Das bedeutet an sich selber zu arbeiten. Auch besonders in schwierigen Situationen, an sich arbeiten und dann so zu reagieren, dass man nicht sich selber und auch den anderen nicht verletzt. So entwickelt man sich als Mensch weiter. Oft gibt es Konflikte, die nicht gelöst werden und dann geht der Hof kaputt. Häufig auch Beziehungen, welche Menschen bleiben heute schon länger als 5 Jahre zusammen.

Das soziale Feld ernster nehmen, das braucht es. Was unsere Konflikte kosten! Nur weil wir nicht sozialfähig sind.  Krieg als das letzte Stadium. 

3) Was ist Dein Steckenpferd bei diesem Thema? Was begeistert Dich?

Es macht mir Spass mit Menschen zu arbeiten, das ist schon lange so. Was ich an der pädagogischen Arbeit liebe, ist, wenn man im anderen Menschen die versteckte Qualität, den Schatz entdeckt, der rauskommt. Der Moment wo man weiss, das macht Sinn, was man tut. Wie einen Edelstein finden ist das. 

Als ich das erste Mal auf einen Hof kam, auf dem Behinderte mitarbeiteten, da gab es gerade eine Beerdigung. Eva, eine Frau mit Down-Syndrom war gestorben. Und die Kirche war voll, ganz viele Menschen waren gekommen, um sich von dieser Frau zu verabschieden. Und dann habe ich ihre Geschichte erfahren. Sie war in diesem Dorf auf die Welt gekommen, als 4. Kind einer Familie, die fast zerrüttet war. Dann noch ein behindertes Kind – doch Eva brachte so wie sie war die Liebe in diese Familie und machte sie mit ihrer Präsenz wieder heil. Und auch für viele Menschen im Dorf wurde sie sehr wichtig. Für mich stellt sich immer wider die Frage: Brauchen Behinderte unsere Unterstützung oder profitieren nicht wir sehr von dem, was sie uns geben oder von den Herausforderungen, vor die sie uns stellen? 

Regio Kompass (graphic recording Jakob Kohlbrenner)

Von dem Panel Stadt Land Plus gibt es kein graphic Recording aber ein Interview:

Bild: Kwasi Banane (was.geht ÄT kwasibanane.de)

Gerolf Hanke  (Öko-Institut)

1) Was ist Agrikultur für Dich?

Bei Agrikultur – da stecken der Kulturbegriff und die Agrarproduktion drin. Für mich ist Agrikultur positiv konnotiert, ich denke an Ökologische Landwirtschaft, daran wie menschliche Kultur in Landwirtschaft drinsteckt.

2) Was macht zukunftsfähige regionale Versorgungsstrukturen aus? Was braucht es, sie zu bilden?

Das Kooperative, einfach regional reicht nicht. Es muss das grosse Ganze dabei sein und das funktioniert im sozialen Nahbereich besser, man sieht, was man macht. Es braucht Wertschätzung für die so erzeugten Produkte, auch finanzieller Art. Ausserdem braucht es den Abbau der Unterstützung des Falschen. Das Gute entsteht vor allem, wenn es gelassen wird.

3) Was ist Dein Steckenpferd, das Du hier präsentiert hast und das Dich begeistert?

Ich habe die politische Brille auf, ich mache politische Beratung. Manchmal ist dies frustrierend, weil das Drehen an den grossen Rädern zäh ist. Doch es ist eine notwendige Ergänzung der kulturellen Bottom-Up-Prozesse. Ab einer gewissen Reife brauchen Bewegungen die politische Unterstützung, damit sie in die Breite kommen. Gute Ideen entstehen nicht in der Politik, doch sie können von ihr aufgegriffen und verbreitert werden.

Wünsche an die gute Fee: 

Bei der GAP (Gemeinsame EU-Agrarpolitik) Vernetzungsstrukturen aufbauen und schnell zu Verbesserungen kommen

Ideen, die da sind in die Breite bringen

Annabella Yakab, Netzwerk Flächensicherung

1) Was ist Agrikultur für Dich?

Agrikultur – da steckt der Kulturaspekt drin, die Teilhabe der Gesellschaft, die Ernährungssouveränität. Die Kultur mitzugestalten, auf die Bedürfnisse der Menschen, die in diesem Jahrhundert leben, anzupassen. Kultur ist was die Menschen daraus machen. Selber bestimmen, was wir konsumieren und verzehren von der Fläche, Einfluss nehmen auf Kulturlandschaft, denn es geht dabei nicht nur um Naherholung, sondern auch um Nahrungsmittelproduktion und darum resiliente Systeme in der eigenen Region zu stärken.

2) Was macht zukunftsfähige regionale Versorgungsstrukturen aus? Was braucht es, sie zu bilden?

Ich habe ein grosses Interesse für Boden, nicht dafür wie er verteilt wird, sondern auch wie wir mit ihm umgehen. Boden ist ein komplexes Ökosystem, welches wir (wieder) aufbauen und von dem wir leben können. Auch wir sind Teil eines Ökosystems. Es ist immer ein Zusammenspiel komplexer Systeme; es geht nicht darum, dass der Gärtner einfach mehr Gemüse produziert, sondern dazu gehören dann auch eine gute Logistik und Vermarktung. Investitionsförderprogramme für Landwirte, die es anders machen wollen, helfen. Doch entscheidend ist auch, die Steine aus dem Weg zu räumen. Hier braucht es die Kooperation zwischen einzelnen Branchen, der öffentlichen Hand und der Lokalpolitik. Sie müssen ihre Hebel einsetzen, damit Akteure, die neue Strukturen regionaler Versorgung aufbauen wollen, Unterstützung erhalten. Entscheidend ist auch ein gegenseitiges Verständnis zu entwickeln, herauszufinden, was es braucht. Zusammen ein System entwickeln, das sich in der Fläche trägt und das von allen aufgenommen wird. Das Beispiel Ökologische Vorrangflächen – auf manchen Betrieben sind sie einfach nicht sinnvoll integrierbar. Da müssen andere Lösungen gefunden werden. Jede Region hat andere Herausforderungen, entsprechend müssen auch die Fördersysteme regional angepasst sein.

3) Was ist Dein Steckenpferd, das Du hier präsentiert hast und das Dich begeistert?

Ich komme aus einer Bottom up Bewegung, ich habe Ökolandbau studiert und komme von einem Gemüsebaubetrieb. Der Boden ist für mich die Grundlage allen Lebens. Die Motivation für mein Engagement ist, dass ich möchte, dass der Boden gut behandelt, aufgebaut und erhalten wird für nachfolgende Generationen. Dass die Ernährung in Deutschland gewährleistet werden kann und wir nicht in 30 Jahren vor staubtrockenen Äckern stehen. Jetzt haben wir noch die Möglichkeit zu verstehen, wie die Systeme funktionieren, dieses Wissen anzuwenden und auch Flächeninhaber dafür zu sensibilisieren, dass Flächen besitzen bedeutet zur Ernährungssouveränität beitragen zu können. Gerade auch bei den öffentlichen Flächeneigentümern möchten wir mit unserer Arbeit Verständnis schaffen für eine gute Bewirtschaftung des Bodens. Damit sie ihre Verantwortung übernehmen für öffentliche Flächen als Gemeinwohl. Die „gute fachliche Praxis“ steht in jedem Pachtvertrag, doch gelebt und überprüft wird sie nur selten.  

Wünsche an die gute Fee: 

Das Grundstücksverkehrsgesetz und Agrarstrukturgesetz anwenden, ich wünsche mir das Dinge umgesetzt werden in der Fläche. Dass das wovon wir reden auch gemacht wird. Ins Tun kommen. 

Ich wünsche mir, dass die öffentlichen Flächeneigentümer verstehen, dass lokale Flächenvergabepolitik Ernährungspolitik ist. Dass sie alles in der Hand haben, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und eine lebenswerte Umwelt zu gestalten. 

Urs Mauck, Netzwerk Market Gardening / Relavisio

1) Was ist Agrikultur für Dich?

Agrikultur hat verschiedene Ebenen, da ist einerseits der praktische Umgang mit dem Boden und die Produktion von Nahrungsmitteln. Agrikultur hat andererseits was mit der Pflege von Ökosystemen und Umwelt zu tun und beinhaltet auch handwerkliche und gesellschaftskulturelle Aspekte. Essen ist ja Kultur, ist nicht nur ernährungsphysiologisch wichtig sondern hat auch einen sozialen Aspekt.

2) Was macht zukunftsfähige regionale Versorgungsstrukturen aus? Was braucht es, sie zu bilden?

Bei Regenerativer Landwirtschaft geht es darum, über die Produktionsweise Bodenfruchtbarkeit und darüber hinaus funktionierende Agrar-Ökosysteme aufzubauen, die sich selber erhalten, die stabil sind und die selber wachsen, so dass mehr Energie, mehr Leben, mehr Produktivität entsteht. Als Nebeneffekt gesunder Agrar-Ökosysteme entstehen Ressourcen, die wir als Menschen nutzen können. Jede Pflanze kreiert einen Überschuss, den sie nicht mehr braucht. 

Energie-Akkumulation – Sonnenenergie wird in Form von Biomasse und Leben gespeichert. 

Wenn man das gut pflegt, dann kann man etwas entnehmen ohne dass das System darunter leidet bzw. weniger wird. Denn es wird ein Überschuss generiert.

In der öffentlichen Diskussion fokussieren wir uns auf CO2 und andere Klimagase, das ist gut zu vermitteln und rüttelt die Leute auf. Doch ich glaube nicht, dass CO2 das drängenste Problem, ist, das wird haben, sondern dass wir in einer mega krassen Weise Ökosysteme zerstören / schädigen, so dass sie sich nicht mehr regenerieren und diesen Überschuss dann nicht mehr generieren. 

Wir können uns Ökosysteme auf unserem Planeten vorstellen wie die Organe in unserem Körper. Und wir wissen, was es bedeutet, wenn Organe geschädigt sind. Wir sind jetzt an diesem Punkt, wo der Planet, auf dem wir leben mit seinen Ökosystemen, nicht mehr richtig funktioniert. 

Und diese Idee, dass Landwirtschaft vielleicht noch ein bisschen CO2 speichern kann…. Aus meiner Sicht ist es so, dass es wenn es gut läuft, der Überschuss ausreicht, um die Energie zu ersetzen, die wir verballern. Nicht mehr. Denn auch regenerative Landwirtschaft verbraucht Energie.

3) Was ist Dein Steckenpferd, das Du hier präsentiert hast und das Dich begeistert?

Das ist die Regenerative Landwirtschaft und da vor allem die Bodenfruchtbarkeit. Im Kern geht es mir darum, zu vermitteln, dass Regenerative Landwirtschaft eine Haltung ist, und kein Massnahmenkatalog. Es geht um ein Verständnis darüber wie Boden funktioniert. Wie die Interaktion zwischen Pflanzen und Mikroorganismen im Boden passiert, wie Ökosysteme funktionieren, wie sich Wasser in Landschaft verhält. Und wenn ich das weiter denke, dann…. es reicht ja nicht Regenerative Landwirtschaft zu machen, selbst wenn wir jetzt alle fruchtbaren Boden hätten und keine Spritzmittel bräuchten, dann gibt es ja noch die anderen Krisen. Wir müssen ein regeneratives Handeln als Menschheit schaffen. Wenn ich verstanden haben, wie die Prozesse in der Natur funktionieren, dann ist die nächste Ebene auch im sozialen und im wirtschaftlichen andere Dinge auszuprobieren. Und da sind wir dann ganz schnell bei Regionalität, dem direktem Bezug zu den Menschen, die das essen, was wir produzieren. Und dann komme ich auch aus dem Weltbild der Konkurrenz raus. Natur ist kein Konkurrenzsystem, das ist ein Kooperationssystem. Aus dem Kontext gerissene Interpretationen von Darwins ‘Survival of the fittest’ ist mit eine der Ursachen, dass wir heute dieses Bild der Konkurrenz haben. Doch es geht darum, wer am besten angepasst ist, nicht darum wer am stärksten ist. Miteinander kooperieren kann passender sein und damit zu mehr Stärke führen. 

Unser Planet ist  nicht so erfolgreich, weil er ein Konkurrenz-System ist, sondern weil er ein Riesen-Kooperations-System ist. Entsprechend ist ein Schädling kein Problem sondern ein Symptom. Er erfüllt eine Funktion im grossen Ganzen. 

Wunsch an die gute Fee:

Dass Landschafts- und Siedlungsplaner verstehen wie natürliche / ökologische Zusammenhänge funktionieren und dass wir es erreichen das Paradies auf Erden zu erhalten

Tip für youtube: The lessons of the loess plateau (China)

Medienpartner TerraABC

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Sonja Korspeter von TerraABC einen tollen Mediapartner für bäuerliches Wissen an Bord haben. Sie hat auf dem Festival viele Interviews geführt und wird hat sie hier (s.o.) und auf der Online Plattform Ihrer Organisation teilen.

Hülsenfrüchte Workshop

Hier das Grundrezept vom Workshop-Leiter Nicolas Carton zum Kochen mit Hülsenfrüchten.

Kooperation mit dem Medienvelo (Kommunikation und Medien eV)

Hier die Reportage über das AgriKultur Festival 2022 vom Medienvelo mit Elsa und Paula:

Vollständiges Programm

Es wird hier auf der Webseite und den sozialen Medien regelmäßig Updates geben zu dem Programm. Wenn noch nicht geschehen, tragt Euch auch für den Newsletter ein (s.u.) und bleibt immer informiert!

Was ist AgriKultur? In diesem Artikel von Dilger, Volz und Wiek (2022) gibt es eine Analyse:

Wir hatten wieder eine gute Mischung aus Themen zu nachhaltigen Wegen in der Landwirtschaft und Ernährung, Workshops zum Selberlernen, kulturellen Darbietungen, dem AgriKultur Markt, Kinderprogramm und regional-ökologischer Gastronomie. Lasst Euch inspirieren!

Inhalte des AgriKultur Festivals 2022

Diskussions Panels

Ernährungsräte in Baden-Württemberg – von einer Graswurzelbewegung zur gelingenden Ernährungswende (Freitag 19.15h)

Auftaktveranstaltung des „Netzwerks der baden-württembergischen Ernährungsräte“ mit ernährungspolitischen Sprechern des Landtags

Gemeinsam sind wir stärker – unter diesem Motto wollen wir mit Euch den Auftakt des „Netzwerks der baden-württembergische Ernährungsräte“ feiern! Aktive der Ernährungsräte aus Freiburg, Heidelberg, Stuttgart und Tübingen-Rottenburg geben einen Einblick, wie Ernährungsräte zu einer gelingenden Ernährungswende beitragen. Unter großem Gerassel übergeben wir unsere Deklaration an die ernährungs- und agrarpolitischen Sprecher des Landtags. Also bringt eure Kochlöffel und Küchenreiben mit, um gemeinsam Stimmung zu machen für die Agrar- und Ernährungswende in Baden-Württemberg!

“Klima und Landwirtschaft” (Sa 23 Juli 13h)

Wir setzen 2022 das Thema “Landwirtschaft und Klima” in einem Panel, um verschiedene Facetten dieses wichtigen Themas zu beleuchten. Es geht um Agroforst Ansätze, um Photovoltaik auf dem Acker und um CO2 Speicherung im Boden. Hier bereits ein Positionspapier zu Klimalandschaften und ein Positionspapier zur CO2 Bindung in Böden. Wir bringen Akteure aus Forschung und Praxis zusammen um das Thema zu diskutieren.

Hans Martin Krause (FibL): CO2 Senke Acker

Eine zentrale Herausforderung unserer Zeit ist die Anpassung der landwirtschaftlichen Produktion an den Klimawandel und die Schliessung von Stoffkreisläufen. Um die Auswirkungen von Extremwetterereignissen abfedern zu können braucht es eine gesunde Bodenstruktur um den Wasserstress unserer Kulturpflanzen zu verringern. Massgeblich für die Bodenstruktur ist neben der standortgegebenen Bodentextur vor allem der Bodenkohlestoffgehalt. Kann eine biologische Bewirtschaftung dabei helfen Bodenstruktur aufzubauen und Stoffkreisläufe zu schliessen? Warum macht es keinen Sinn den Bodenkohlenstoff als CO2 Senke zu zertifizieren? Antworten dazu gibt es im Vortrag von Hans-Martin Krause, zusammen mit Ergebnissen aus einem 42 Jahre alten Systemvergleichsversuch

Sonja Kay (Agroscope Zürich): Agroforst als Klimaschützer

Streuobstwiesen, bestockte Weiden und Kastanienselven haben eine lange Tradition in unseren Regionen. Als «Klimaschützer» sind Agroforstsysteme – die Kombination von Bäumen und Sträucher mit Acker-, Gemüse- und Weinbau sowie Tierhaltung – jedoch sehr jung. Moderne Agroforstsysteme kennt man als Alley cropping, Kurzumtriebsplantage oder auch als Futterhecken. Sie erfreuen sich aufgrund ihrer positiven Umweltwirkungen auf Boden, Wasser, Luft, Klima, Biodiversität und Landschaft sowie gleichzeitiger Weiterführung der landwirtschaftlichen Produktion grosser Beliebtheit in Praxis und Politik. Jedoch sollte ein Agroforstsystem gut geplant sein. Denn Langfristigkeit steht an erster Stelle, wenn die Systeme ihr Umwelt- und Produktions-Potenzial über 60-100 Jahre hinweg voll entfalten sollen.

Prof. Dr. Andreas Gattinger, Justus-Liebig-Universität Gießen: „Make the cow green again“ – das Potenzial ökologischer Tier-Pflanzen-Agrarsysteme für die planetare Gesundheit

Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung der letzten Jahrzehnte ist gekennzeichnet von entkoppelten Stoffkreisläufen mit hohen Stickstoffüberschüssen, Treibhausgasemissionen, Flächenkonkurrenz, Bodendegradation und Problemen beim Tierwohl. Industrialisierung und Spezialisierung haben diese Entwicklungen vorangetrieben. Als eine Lösungsmöglichkeit, um die Stoffkreisläufe wieder zu schließen, gilt die Rinderhaltung in ökologischen Gemischtbetrieben für Milch, Fleisch und pflanzliche Lebensmittel. A. Gattinger zeigt in seinem Vortrag, welche Potentiale von solchen Tier-Pflanzen-Agrarsystemen mit Wiederkäuer ausgehen und wie diese zur Ökologisierung und zur Transformation des vorherrschenden Agrar- und Ernährungssystem beitragen können.

Eva-Maria Stollenwerk (ISE): Agri-PV

Fredi Rutschmann (Hof Gasswies): Klimaschutz auf dem Hof

Aus der Bauernperspektive berichtet Fredi Rutschmann vom Hof Gasswies, wie Klimaschutz auf einem Demeter-Betrieb mit Viehhaltung, Grünland, Obst, Ackerbau und Wald funktionieren kann. Seine innovativen Ansätze sind beispielhaft.

-Wer macht uns satt? – Landwirtschaftliche Arbeitsverhältnisse heute und im utopischen Morgen (Sa 23 Juli 15h)

Viele Hände waren beteiligt, bis die Gurke, der Spargel oder die Erdbeere schließlich auf unseren Tellern landen. Wer uns hier satt macht und wie es um die Arbeitsbedingungen steht, ist dabei weitgehend unsichtbar. Schließlich findet der erste Kontakt mit Lebensmitteln in der Regel im Supermarkt statt – in einer Gesellschaft, in der heute lediglich 1,3% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft arbeiten.
Mit der Podiumsdiskussion „Wer macht uns satt? – Landwirtschaftliche Arbeitsverhältnisse heute und im utopischen Morgen“ wollen wir diese Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft aus verschiedenen Perspektiven
beleuchten. Und fragen:
Warum wird eine derart “systemrelevante” Arbeit unter großer körperlicher Belastung so geringgeschätzt und schlecht entlohnt?
Was haben diese Verhältnisse mit Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus zu tun?
Wie kann globale Gerechtigkeit morgen auf unseren Tellern aussehen?
Die Klimakrise ist in vollem Gange während die Landwirtschaft weiterhin auf hohe Mechanisierung, Raubbau an Böden, Wasser und Biodiversität und Saisonarbeit setzt –  Wie müssen wir landwirtschaftliche Arbeit in einer postfossilen Welt neu denken?
Welche Alternativen zu den vorherrschenden Verhältnissen gibt es schon jetzt, wohin soll die Reise gehen und welche Widersprüche und Hürden ergeben sich auf dem Weg?

Mit uns diskutieren:
Horst Ritter (Betriebsleiter Demeter-Gärtnerei Piluweri)
Interbrigadas (internationalistische Bewegung mit Nord/Süd-Fokus)
Martin Linser (Kreisverbandsvorsitzender des Badischen
Landwirtschaftlichen Hauptverbandes)
Tonia (Gärtnerin bei der Solawi Gartencoop Freiburg)
Moderation: Judith Petzold und Luciano Ibarra

Rosannaprints

Thema “Stadt Land Plus – Regionalversorgung und Ernährungssouveränität” (Sa 23 Juli 17h)

Dieses Panel behandelt Wege und Strategien wie sich Stadtregionen stärker lokal versorgen wollen. Ansätze wie Market Gardening in der Produktion und der Lebens.Mittel.Punkte in der Distribution können dabei effektiv sein. Der Zugang zu peri-urbanem Land und die Re-Orientierung der Produktion auf lokale Bedürfnisse sind dafür weitere wichtige Vorraussetzungen. Das bedeutet, dass es politische Unterstützung und Strukturen braucht, um die Ausrichtung weg vom Weltmarkt hin zur stärkeren regionalen Resilienz zu ermöglichen. Dabei ist es auch wichtig, über die Vorteile eines solchen Paradigmenwechsels zu sprechen: Was sind die Potentiale der Regionalversorgung?

Referentinnen und Referenten:

Annabella Jakab (Netzwerk Flächensicherung) : Kooperationen zum periurbanen Flächenzugang

Urs Mauk (Netzwerk Market Gardening): Schnelle Gemüse-Versorgung für die Stadt auf wenig Raum

Gerolf Hanke (Ökoinstitut): Potentiale der Regionalität

Stephan Gothe (Regionalwert Impuls GmbH): Wertschöpfungsketten bespielen

Graphic Recording Jakob Kohlbrenner

Regio-Kompass (So 24 Juli 10h)

In diesem Panel geht es um die aktuelle Situation in der Landwirtschaft und um die erwarteten Entwicklungen. Denn allzu oft wird über Ernährung und Landwirtschaft ohne Substanz diskutiert. Wie ist die Agrarstruktur in der Region, was wird angebaut und wie wird es sich verändern? Was ist mit der Art der Betriebe und der Wirtschaftlichkeit? Wie ist die Entwicklung für die Bauern und – oft vernachlässigt – die der Bäuerinnen? Welche Effekte können wir mit dem Umschwung auf deutlich mehr Bio erwarten? Was ist mit Klein- und Nebenerwerb? Wir bringen Beiträge aus verschiedenen Sichtweisen um zu mehr Klarheit beizutragen.

Referenten:

Michael Krumm (Abteilungsleitung Regierungspräsidium Freiburg Landwirtschaft, Ländlicher Raum, Veterinär- und Lebensmittelwesen): Entwicklung der Landwirtschaft und der Agrarstruktur in der Region Freiburg

Lukas Kiefer (Uni Hohenheim): Rinderhaltung im Schwarzwald im Spannungsfeld zwischen bäuerlichen Strukturen, Erzeugung hochwertiger Lebensmittel und naturschutzfachlichen Belangen

Nicolas Schoof: Ankunft des Wolfes und mögliche Herausforderungen für die
Weidetierhaltung im Südschwarzwald

Philipp Weckenbrock (Forschungsgesellschaft Die Agronauten): Klimastudie Region Freiburg

Thema “Soziale Landwirtschaft” (So 24 Juli 15h)

Das Panel Soziale Landwirtschaft – die gesellschaftsverändernde Dimension einer Landwirtschaft „für Mensch und Natur“: Soziale Landwirtschaft: der Bauernhof als Setting für Soziale Arbeit und Pädagogik, als Chance der Einkommensdiversifizierung für landwirtschaftliche Betriebe, als Dienstleitung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, oder vielleicht viel mehr? Wir möchten den Begriff Soziale Landwirtschaft erweitern –  i.S. eines Einfallstors zu einer „sozialeren“ Landwirtschaft, die sozialer für Mensch und Natur ist, die zur Gesunderhaltung von Menschen und Landschaften beiträgt. – U.a. mit Beiträgen von Jiří Prachař (Prag), Wilfried Buettner (Tempelhofer Berg e.V.), Lena Franke und Thomas van Elsen (DASoL).

Zum Weiterlesen:
www.soziale.landwirtschaft.de

Zum Begriff der Sozialen Landwirtschaft

Positionspapier mit politischen Forderungen von 2008

Link zu einem gerade fertiggewordenen Video von zwei Masterstudierenden aus Witzenhausen: https://youtu.be/QCvkAooBMzs

Workshops (Teilnahme kostenlos)

Praxiswerkstatt Ernährungsstrategie (Freitag 16.00)

Jakob Kohlbrenner

Endlich ist es soweit: Der Ernährungsrat für Freiburg & Region e.V. initiiert eine regionale Ernährungsstrategie – und du kannst sie mitgestalten. Denn das Thema ist zu wichtig, um es zu ignorieren. Ernährung – und deren direkter Bezug zum Klimaschutz – ist mit dem Krieg in der Ukraine und der Corona-Pandemie (leider!) aktueller denn je und Bedenken bezüglich unserer Ernährungssicherheit werden laut. Eine Ernährungsstrategie ist ein langfristig angelegter Plan, der die Strukturen für eine regionale Lebensmittelversorgung stärkt. Er enthält Beschreibungen des Ist-Zustandes, Visionen, Ziele und Maßnahmen für alle Handlungsfelder des Ernährungssystems. Ein Ernährungssystem umfasst sämtliche Stationen von Lebensmitteln, von der Saatgut- und Düngemittelherstellung über den Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung bis zum Konsum und zur Entsorgung – inklusive den dazugehörigen Akteur*innen. Ernährungsräte sind Vereinigungen, in denen sich relevante Akteur*innen des Ernährungssystems vernetzen, um regionale, nachhaltige Ernährung zu fördern.  Die Praxiswerkstatt ist eine Methode, um partizipativ zur Ernährungsstrategie für Freiburg & Region beizutragen – in dem Fall mit deiner persönlichen Perspektive als Verbraucher*in/ Konsument*in. Vorkenntnisse sind nicht nötig.
Ziel ist, das regionale und nachhaltig produzierte Lebensmittel für ALLE im Alltag greifbarer zu machen und somit mehr Ernährungssouveränität für Freiburg & Region zu gewinnen. Die Praxiswerkstatt wird von Jakob Kohlbrenner in Kooperation mit dem Ernährungsrat Freiburg & Region e.V. und AgriKultur e.V. durchgeführt und grafisch begleitet (https://www.jakob-kohlbrenner.de/); eine Anmeldung ist nötig, hier der Link dazu:

https://ernaehrungsrat-freiburg.de/anmeldung-praxiswerkstatt-ernaehrungsstrategie-22-juli-16-18-uhr/

Workshop zum regenerativem Gärtnern mit Urs Mauk (Freitag 16h)

Gute Einführungen ins Gärtnern sind wertvoll. Das AgriKultur Team freut sich, dass Urs Mauk von relaVisio 2022 beim Festival dabei ist. In einem Workshop wird er die Grundlagen des nachhaltigen Gärtnerns darlegen. Hier bereits zwei Videos von ihm zur Bodenbearbeitung und zum Mulchen. Der Workshop findet in der Kreativscheuene neben dem Infozelt statt.

Kochen mit Hülsenfrüchten (Freitag 22 Juli 17h)

Hülsenfrüchte sind die Zukunft – für die Böden und für unsere Ernährung. Warum dass so ist, erklärt uns Nicolas Carton in diesem Kochkurs speziell zu Hülsenfrüchten.

– kurze Einführung: wie Hülsenfrüchten die Welt retten werden, aktueller Stand in Deutschland

– Hülsenfrüchte richtig kochen 

-Teilnehmer*innen teilen ihren Lieblingsrezepte

– Konzept Hülsenfruchtaufstrich + Praxis

– Konzept Hülsenfruchtbratlinge (eventuell Praxis, je nach Gruppenanzahl)

– weitere Ideen für Süßspeisen

Weitere Hintergrundinformationen

Er findet in der Schulküche statt (ausgeschildert in der Schule) und eine Anmeldung ist nötig unter nicolas.carton1 ÄT gmail.com, Workshopteilnahme kostenlos wie alle Workshops

„Honig & Gold“ Workshop serviert Honig aus dem Schwarzwald mit einer Portion Entspannung (Samstag 23 Juli 11h)

Eine Verkostung von Honig aus dem Schwarzwald. Entspannungsübungen und Kunsttherapie mit Gold? Richtig! Bei dem 2022 AgriKultur Festival werden Imkerin und Permakulturistin Jessi Graf und Entspannungstrainerin Natalie Jende ihren “Honig und Gold” Workshop anbieten! Perfekt für das 10-jährige Jubiläum, oder?

In diesem Workshop werden Jessi und Natalie Teilnehmer*innen durch eine Honigverkostung mit interaktiven Einheiten zur Entspannung und kreativer Goldarbeit auf Papier führen. Warum Blattgold? Sie erklären: “Als das schwerste Edelmetall ist es ein sehr besonderes Material. Man sagt ihm nach, dass es eine starke Erdungskraft besitzt. Die Kunsttherapie & Naturheilkunde schwören auf eine positive energetische Wirkung besonders bei Erschöpfung.”

Natalie ist zertifizierte Stressbewältigungs- und Entspannungstrainerin. Nach ihrem Psychologiestudium hat sie sich als Wohnpsychologin ausbilden lassen, denn ihre Mission ist, Stressbewältigung ganzheitlich anzubieten. Je nach Bedarf kann sie sich somit auf das “Innen” (mentale Erholung) oder das “Außen” (Raumaspekte, die die Stressregulation und Erholung unterstützen) konzentrieren oder auch beides miteinander kombinieren. Mehr Infos findet ihr auf ihrer Homepage https://www.nataliejende.com und auf Instagram @Natalie_Jende 

Jessi ist Mitbegründerin der Non-Profit Initiative Bees4Life und arbeitet in ihrem Familienbetrieb, Imkerei & Permakultur Graf. Sie kümmert sich um den Schutz der Bienen und möchte Menschen für Themen wie das Insektensterben sensibilisieren. Daher wird sie diesen Workshop mit einer Diskussion über die Bedeutung der Bienen, ihrer Bestäubungsleistung sowie der nachhaltigen Landwirtschaft verbinden.

Der “Honig und Gold” Workshop findet am Samstag, 23. Juli, um 11h neben dem Infozelt statt (Kreativscheune). Anmeldungen bei Jessika unter 015206255138 oder graf.jessika@live.de – Weitere Informationen über die Aktivität von Bees4Life und Imkerei & Permakultur Graf finden Sie auf deren Website: https://bees4life.org/de/home-de

(https://bees4life.org/de/aktivitaeten/honig-gold)

Französisch kochen (Samstag 23 Juli 12h und 16h)

Es gab einen Wechsel beim Koch! Baptiste kann nicht kommen. Der Workshop wird von Fatima Riahi geleitet, sie ist leidenschaftliche Köchin und arbeitet bei Les Jardins de la Montagne verte in Strasbourg.

Zur Anmeldung für einen der Kochworkshops bitte eine Mail an info ÄT agrikulturfestival.de schreiben. Die Workshops finden in der Schulküche statt, es gibt Übersetzung! Und die Teilnahme ist kostenlos, allerdings mit begrenzter Teilnehmerzahl! Und es werden 2 verschiedene Sachen gekocht.

Fatima Riad aus Strasbourg

Cidre Workshop (Samstag 23 Juli 17h)

Cider, Cidre, Zider, Most – alles Apfel (oder) Wein? – Mit Jakob Hörl von FreuObst schmecken wir uns im Workshop durch die vielfältige Welt der Apfelweine und erfahren mehr über verschiedene Stile und Herstellungsmethoden des Getränks aus dem flüssigen Apfel in nah und fern. Der Workshop findet in der Kreativscheune neben dem Infozelt statt.

Jakob Hörl

Workshop “Wir nehmen unsere Ernährung gemeinsam in die Hand – Ernährungssouveränität hier und weltweit” vom Eine Welt Forum und dem Ernährungsrat Freiburg und Regio (Samstag 14h)

Es wäre genug Essen für alle da! Doch was es dafür braucht ist eine gerechte Verteilung von Nahrungsmitteln weltweit. Beginnen müssen wird jedoch im Lokalen: Ernährungssouveränität stellt ein alternatives Konzept zur Ernährungssicherheit dar, bei der demokratische Mitbestimmung auf allen Ebenen der Nahrungsmittelherstellung in den Mittelpunkt gestellt wird. In diesem Workshop lernen wir sowohl das Konzept, als auch den lokalen Ernährungsrat besser kennen und bekommen einen Einblick in konkrete Mitgestaltung. Workshop Ort: Schule Raum 143 (ausgeschildert)

Quelle: Inkota

Workshop “Pflanzenfarben herstellen und damit malen” (Sonntag 24 Juli 11h)

Judith Anders (info@die-kunst-des-lebens.com)

Die freischaffende Künstlerin Judith Anders verwendet bei Ihrer Arbeit Farben, die sie aus Naturmaterialien wie Gräsern, Blättern, Gemüse und Früchten selbst herstellt. Beim AgriKultur Festival wird Judith in einem Workshop am So 24 Juli um 11h zeigen, wie aus den saisonalen Pflanzen Farben hergestellt werden können. Diese Farben werden direkt angewandt zum Malen. Judith Anders ist Netzwerkerin von Sevengardens, ein international und von der UNESCO anerkanntes Projekt. Ihre Arbeit mit Pflanzen steht für sie für Vielfalt, Potentialentfaltung, Freude, bei sich ankommen, Verbundenheit, Einklang, Schöpferkraft und noch sooo viel mehr. Interessanterweise steht auch Ihre Arbeit als Begleiterin und Hüterin der Lehren des weiblichen Pfades (in den Lehren des Shakti-Yoga) ebenfalls für diese Bereiche. Sie freut sich auf all das weitere und gemeinsame Säen, Gedeihen, Wachsen, Erblühen, Ernten und Vergehen, um wieder zu beginnen, um zu Säen. Ein eiwiger, schöpferischer, kreativer Kreislauf. Der Workshop findet in der Kreativscheune neben dem Infozelt statt.

Koch Workshops für Kinder von der Naturpark-Kochschule Südschwarzwald (So 24 Juli Schulküche)

Neues Ernährungs-Booklet für Familien © Naturpark Südschwarzwald e. V._M. Wieber

Das Team der Naturpark-Kochschule zeigt Euch, wie lecker und vielseitig regionale Lebensmittel sind! Während der knackigen Mitmach-Einheiten für Kids am Agrikulturfestival 2022 bereiten die Teilnehmenden selbstständig kleine saisonale Leckerbissen zu. Das Selbstgemachte dürfen die Mini-Köchinnen und -Köche kostenlos mit nach Hause nehmen. Schaut gerne vorbei, das Team der Naturpark-Kochschule
freut sich darauf, mit Euch den Kochlöffel zu schwingen! Hauptziele des Projekts, das durch den Naturpark Südschwarzwald e. V. mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert wird, sind die Vermittlung von altersgerechten Kochkompetenzen sowie die Sensibilisierung von Kindern und Familien für die Wichtigkeit einer nachhaltigen Ernährungsweise und den Genuss frischer Lebensmittel aus regionaler, ökologischer
Landwirtschaft.
Wann und wo? Am 24.07.22, in der Küche der Edith-Stein-Schule. Für wen? Kinder ab 5 Jahren. Termine zur Auswahl: Beginn ab: 10:30 Uhr oder 12:00 Uhr oder 14:00 Uhr oder 15:30 Uhr, Dauer: jeweils ca. 50 Minuten. Anmeldung: Bei Projektkoordinatorin Chiara Schuler (Naturpark Südschwarzwald e. V.). E-Mail: chiara.schuler@naturpark-suedschwarzwald.de – Tel.: 07676 9336-29
Bitte geben Sie hierbei folgende Informationen an: Name und Alter des teilnehmenden Kindes, bevorzugter Termin (siehe „Termine zur Auswahl”), ggf. Angabe von relevanten Allergien, Unverträglichkeiten oder sonstigen Besonderheiten des Kindes. Bitte beachten Sie: Es können max. 10 Kinder pro Termin teilnehmen, deshalb muss evtl. auf einen anderen als den bevorzugten Termin ausgewichen werden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Das Kochschul-Team freut sich auf viele neugierige Köchinnen und Köche!

Filme

Film Die Stangenbohnenpartei (Fr 17h Filmraum Schule 011)

Der Dokumentarfilm „Die Stangenbohnenpartei“ gibt Einblicke in das Leben von Serena und Jared, ein Liebespaar mit Wurzeln in Amerika und Australien, das sich in Taiwan kennengelernt und 2015 in Deutschland niedergelassen hat. Als „The String Bean Party“ bilden die Beiden auch ein musikalisches Duo. Auf ihrem Hof nahe der Kleinstadt Kisslegg im Allgäu leben Jared und Serena einen radikalen Lebensentwurf fernab von Mainstream und allgemeiner Hektik. Hier arbeiten sie an guten Songs und ertragreichen Ernten. Dabei gehört zu ihrem Selbstverständnis das Ideal einer bedingungslosen Grundnahrung für alle. Ohne viel Aufhebens lässt das Paar die Kamera über 15 Monate an seinem Leben teilnehmen. Man fühlt sich gemütlich aufgehoben wie bei alten Bekannten, wenn die Beiden über ihre Arbeit im Garten plaudern, den Zuschauer zu Erledigungen mitnehmen und an ihren Konzerten teilnehmen lassen. Die Beiden bauen Gemüse mit natürlichen Methoden und vollständig in Handarbeit an. Jeder darf vorbeikommen, um sich an der Feldarbeit zu beteiligen oder etwas von der Ernte mitzunehmen. So ist der Alltag auf dem Hof ein Stelldichein von Freunden, Bekannten und Sympathisanten. Die atmosphärischen Bilder sind durchweg unterlegt mit ihrer eigenen Musik. Der Film ist von Paddy Schmitt (www.paddyschmitt.de).

http://www.thestringbeanparty.com

Film Butenland (Sa 23 Juli 13h)

Butenland:
Ein Bauernhof, der zu einem Lebenshof wurde – Der ehemalige Milchbauer Jan Gerdes und die Tierschutzaktivistin Karin Mück haben mit ihrem Projekt Hof Butenland einen Ort geschaffen, an dem es keine Nutztiere mehr gibt: ein friedliches Miteinander, das fast schon utopisch erscheint. Das intime Porträt hält Momente des Glücks und der Trauer fest, hinterfragt den gegenwärtigen Status von Nutztieren in unserer Gesellschaft und lässt jeden berührt zurück. Marc Pierschel, 2020, https://butenland-film.de/

Info zu Greenmotions: Das Greenmotions Filmfestival findet von Samstag
jährlich im November im Kommunalen Kino und im Artik in Freiburg im Breisgau statt. Mit lösungsorientierten Filmen, Diskussionen und Workshops werden die
Besucher*innen angeregt, ihren eigenen Lebenswandel zu hinterfragen, über neue Ideen nachzudenken und sich darüber auszutauschen. Weitere Informationen finden Sie
auf www.greenmotions-filmfestival.de.

Filme zur regenerativen Landwirtschaft (Sa 16-18h Filmraum Schule 011)

REGENERATIV.org ist die Vernetzungsstelle für regenerative Landwirtschaft im deutschsprachigen Raum. Im Hofverzeichnis werden Betriebe in Deutschland gelistet, die regenerative Praktiken umsetzen. Um noch mehr Einblick in ihre Arbeit zu geben, verlinkt REGENERATIV.org die Videoportraits von “wir stehen drauf”, einer Video
Serie die regenerative Landwirtschaft in der Praxis zeigt und von Svenja
Nette so wie Kameramann Malte Cegiolka ins Leben gerufen wurde. Die Videos
werden am Sa 16-18h vorgestellt, im Filmraum bei der Schule (011) und mit Sarina von REGENERATIV.org

Website: wirstehendrauf.org
Instagram: @wirstehendrauf

Film “Im Abseits von Green City. Die Bauern vom Dietenbach und das Wohnen”

Konflikt Landwirtschaft und Natur oder Bauland – ohne Alternativen?

Der weiterhin hochaktuelle Dokumentarfilm des Freiburger Filmemachers Bodo Kaiser (Imago-Film BK) mit Co-Autor Georg Löser (Hintergrund: ECOtrinova e.V. und RegioBündnis) nimmt sich am Beispiel Freiburg aus der Perspektive betroffener Landwirte, Umweltschutzvereine und weiterer Akteure eines klassischen Konflikts der Stadtentwicklung an: Landwirtschaft und Natur gegen  Bauland und Wohnen – oder Alternativen. Die Bürgerinitiative Pro Landwirtschaft und Wald und verbündete Vereinigungen wenden sich mit Demonstrationen, Aktionen und einem Bürgerbegehren gegen die hochumstrittene Wohnbebauung der 240 Fußballplätze großen Dietenbachniederung im Freiburger Westen, Realisierung geplant nach 2023. Sie verlangen und zeigen ökosoziale Alternativen. Schwarzwaldpanorama, weiter Himmel, Wiesen, Äcker, Wald, Störche hinter dem fahrenden Traktor, Brotgetreide, Kürbisse, Sonnenblumen, Mais, Vogelwelt, der naturgeschützte Bach mit Hochwasserrisiko, das ist Dietenbach. Der Film zeigt die Situation einiger Landwirtefamilien und ihre Existenzbedrohung, ihre Arbeit und ihren Protest. Viele Weitere wie der Mieterverein, die Kolpingjugend und der Mundenhof kommen zu Wort und ins Bild. Gegenpol sind Ausschnitte einer öffentlichen Projektpräsentation der Stadt.  Es ist DER engagierte Film für regionale bäuerliche Landwirtschaft, Natur, Wohnalternativen und alle, die Informationen zum Thema suchen. Er reizt zur Diskussion. Filmunterstützer sind das RegioBündnis pro Landwirtschaft, Natur und ökosoziales Wohnen und MitbürgerInnen. Der Film wird im Beisein vom Filmemacher Bodo Kaiser und Co-Autor Georg Löser gezeigt, Schule Videoraum 011, Samstag 19h.

Film “Alles was man braucht” (So 24 Juli 14h)

Was und wie viel brauchen wir eigentlich für ein gutes Leben? Die Hamburger Filmemacherin Antje Hubert macht sich auf die Reise durch Nord- und Ostdeutschland, von der Uckermark bis hoch hinauf auf die Halligen im Wattenmeer. Unterwegs trifft sie auf Menschen, die mit viel Engagement einen Dorfladen am Leben halten,
wieder aufmachen oder mit neuen Ideen die Lebensmittelversorgung auf dem Land organisieren. Im Mikrokosmos aus Kaufleuten und ihrer Kundschaft entspinnen sich Mut machende Geschichten, die uns einer Antwort auf die Frage, was und wie viel wir wirklich für ein gutes Leben brauchen, näher bringen. Ein Film mit stillen, kraftvollen Bildern, poetischen Animationen und besonderer Musik (Klavier, Klarinette
und Radgeige), und vor allem: ein leidenschaftliches Plädoyer für Orte, an denen man sich begegnen und austauschen kann.
Trailer zum Film und mehr Infos unter www.alleswasmb.de

Imagining Research for Food Sovereignty (So 24 Juli 11h)

Der Film von Maja Tillmann und Rodrigo Otero Heraud hat das legendäre Kleinbauern und Forscher Treffen in St Trudpert und St Ulrich von 2015 dokumentiert. Der Film ist in Englisch.

This documentary shows the meeting of small scale farmers and nomads from Africa, Asia, South America and Europe with Researchers that took place in the Black Forest. This film is in English, it was made by Maja and Rodrigo Otero Heraud.

Kunst

Multimedia-Ausstellung von französischen Gästen: Der Erde einen Sinn geben/Un autre rapport à la terre (Fr-So)

Vina und Emilie, die Gründerinnen des Bauern-, Kunst- und Bürgertreffens in der Provence “Un autre rapport à la terre”, werden an einem Stand eine deutsch-französische Multimedia-Ausstellung “der Erde einen Sinn geben” präsentieren, kleine Performances und Diskussionen anbieten und sich über einen Austausch mit euch freuen!

“Der Erde einen Sinn geben” ist eine Multimedia-Ausstellung von David Boisseaux-Chical und Vina Hiridjee. Diese immersive Videoinstallation feiert die lokalen Initiativen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in Frankreich und Deutschland und erforscht insbesondere zwei Gebiete dieser führenden europäischen Landwirtschaftsregionen: die Alpes-de-Haute Provence und die Uckermark in Deutschland. Freiburg ist nun zu diesem Austausch dazu gekommen!

https://instagram.com/festival_autrerapportalaterre?igshid=YmMyMTA2M2Y=

Andropolis Studio (Berlin) Klanginstallation “Second Earth. Mensch – Natur – AgriKultur” (Fr-So)

Ein Kaleidoskop aus Naturklängen, Stimmen und Musik in 12 Episoden. Klanginstallation für das AgriKultur Festival 2022 von Andropolis Studio Music Berlin. Die Installation wird auf dem Festivalgelände zu hören sein.

Kunstprojekt Verbal Pollination (Fr- So)

Bei Verbal Pollination – stories to empower geht es um Diversität und um Wertschätzung. Um Begegnungen, Gemeinsamkeiten und Bestärkung. Von Obst und Gemüse. Von Menschen, die dem jeweiligen Obst oder Gemüse ein Gesicht verleihen. Begonnen hat Verbal Pollination – stories to empower als Projekt gegen Lebensmittelverschwendung. Genutzt wird es mittlerweile auch zum Gestalten eines fruchtbaren Miteinanders. Theres Konrad hat zu Interpersoneller Kompetenzentwicklung in Nachhaltigkeitssettings promoviert und verbindet in ihrem Tun Wissenschaft, Kreativität mit einer guten Portion Lebensfreude. Die Herausforderungen unserer Zeit werden nicht im Alleingang gelöst. Es braucht ein wertschätzendes Miteinander, nährende Böden/ sozialen Humusaufbau und nicht zuletzt einen bunten, g´schmackigen Obstsalat – also uns alle. Geschmäcker sind verschieden, doch – wie aus dem Buch “Menschen sind wie Apfelkuchen” hervorgeht – jeder Mensch hat seine Berechtigung und kann (s)einen Beitrag leisten. Theres Konrads Beiträge am Agrikultur Festival 2022 inkludieren eine Ausstellung und eine Lesung, die beide sowohl zu Reflexion als auch Aktion einladen. Und wer weiß, was ihr sonst noch so einfällt. Sie wird im Pavillon zwischen Festival Gelände und der Schule Ihren Kunstraum einrichten und ist das ganze Festival über da!

Ausstellung in Basel (verbalpollination.thereskonrad.org)

Theater RAB mit „Die Paparazzi“ & „Das ewige Ehepaar“ auf dem AgriKultur Festival (Sa, So)

Random Acts of Beauty (RAB)

Mitten unter den Besucher:innen mit unterhaltsamen, interaktiven Witz-statt-Zeigefinger Aktionen bringt Theater R.A.B eine spielerische Auseinandersetzung zum  Thema „Stadt und Land“ ins Geschehen. 

Lilith und Hank, zwei eifrige doch naive “Paparazzi”, sind auf der Spur nach dem Stadt-Land Konflikt. Sie stellen den Teilnehmenden Fragen und bringen kreative „Unruhe“ ins Treiben. Auf der Suche nach Gedanken, Visionen und Kritiken, hinterlassen sie eine Spur von Frische und entzündeter Gesprächskultur.

Mit dabei auch das “wir-kennen-sie-doch-alle” Ehepaar Egon und Lilith; Stadtneurotiker und Landfanatiker – auf heiter-treffende Art agieren sie mitten unter den Besuchenden. Eine Publikumsbeteiligung der spielerischen Art!

Poetry Slam (Samstag 19h Bühne)

Der Poetry Slam geht – natürlich – um Ernährung und Landwirtschaft. Interessierte Teilnehmende können sich bei Philipp Noller melden (PhilippNoller ÄT gmx.de).

Die Poestrie des Gärtners, hier z.B. im Bauerngarten Berlin

Vernetzung

AgriKultur Markt am Sa 23 Juli von 10-17h

Bild: Marc Doradzillo

Beim AgriKultur Markt präsentieren sich Initiativen, die zum Thema Landwirtschaft und Ernährung arbeiten sowie Betriebe aus landwirtschaftlicher Produktion und Verarbeitung. Der Austausch mit diesen Akteuren ist zentral für das Festival. Hier ein Überblick wer alles kommt:

attac Freiburg, Backhaus der Vielfalt, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. , Eine Welt Forum, EWS Schönau, Foodsharing, Freiburg Coop, GartenCoop, Greenpeace, Honig und Gold, Katholische Landvolk Bewegung der Erzdiözese Freiburg, Französisches Zelt, Kinderabenteuerhof, Klimagarten Dietenbach, Agronauten e.V. & KOPOS Raum, Kornzept, Kräutergarten Urban Demeter-Gärtnerei, Landwirtschaftskollektiv Kommune Schafhof, LEA watch, Mangroovia Foods, Naturcamp Projekt, Naturpark Schwarzwald, p3- Werkstatt, Judith Anders Die Kunst des Lebens (So), Pro Specie Rara, RegNa SonnenGemüse, Solare Zukunft, Stadtwandler, Über den Tellerrand kochen Freiburg e.V., Weltacker Freiburg, Weltladen Gerberau/ Herdern, Wilde Kultur, Wohnprojekt Allmende und weitere

Bei Interesse von weiteren Ständen bitte melden unter info ÄT agrikulturfestival.de

Stammtisch Hofübergabe (So 24 Juli)

Beim Agrikultur Festival wird es am So 24. Juli einen Stammtisch geben zur Hofübergabe/Hofübernahme.

Auf dem Stammtisch für außerfamiliäre Hofübergabe treffen sich Landwirtinnen und Existenzgründerinnen für Erfahrungs- und Informationsaustausch, zum
Kennenlernen und Kontakte knüpfen in lockerem Rahmen. Angesprochen sind
Landwirtinnen und Existenzgründerinnen, die sich das erste Mal mit dem Gedanken
befassen oder auch bereits eine Weile auf der Suche sind. Hier werden
Höfe und Junglandwirtinnen kennengelernt, Kontakte geknüpft, Geschichten von gelungenen Übergaben berichtet, Erfahrungen geteilt, Fragen gestellt und beantwortet – und Hofübergaben ins Rollen gebracht. Begleitet werden die Abende von Fachpersonen. Es gibt kurze Inputs zu Schwerpunktthemen, Berichte von Übergaben, Tipps zur Suche nach Hof und Nachfolgenden, die Möglichkeit, Frage zu stellen, mit Fachpersonen, Gleichgesinnten sowie der anderen Generation ins Gespräch zu kommen und vieles mehr. Wir laden Landwirtinnen ein, die sich mit der Frage beschäftigen, wer ihren Hof weiterführen wird – und Existenzgründer*innen, die auf der Suche sind nach Hof und Landwirtschaft. Kontakt: maike.aselmeier@familie-und-betrieb.de / www.familie-und-betrieb.de

Neben dem Hofübergabe Stammtisch wird es noch einen weiteren “Bure-Stammtisch” geben, Samstags 15.00, alle Bure sind eingeladen! Mehr Details folgen!

Vernetzungstreffen von Nyeleni.de – der Bewegung für Ernährungssouveränität (Sa 23 Juli 11h)

Am Sa 23 Juli 11 findet das Nyeleni Vernetzungstreffen in Raum 143 der Edith Stein Schule statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Das Ziel der Bewegung für Ernährungssouveränität ist es, dass Menschen die Gestaltung ihres Lebensmittel- und Agrarsystems selbst in die Hand nehmen. Alle Menschen sollen das Recht auf und den Zugang zu gesunder, regionaler Nahrung, die ohne Ausbeutung von Natur und Menschen hergestellt und verteilt wird, haben. Um Ernährungssouveränität umsetzen zu können, braucht es viele Menschen, die an vielen Orten viele kleine Dinge tun.

https://nyeleni.de/

Kinderprogramm

Bild: Marc Doradzillo

Auch für die jüngeren BesucherInnen gibt es jede Menge zu Erfahren und Spielen beim AgriKultur Festival.

Zum Bleistift während des AgriKultur Markts im Eschholzpark (Samstag 23.Juli 2022 von 10-17Uhr): Am Stand von Kinderabenteuerhof Vauban und Naturcamp Schwarzwald beispielsweise dürfen nicht nur “Heubeutel” befüllt werden, sondern auch verschiedene Tischspiele und Kubb getestet werden sowei ein inklusiver Spielstand mit Fühlkisten, Blindfußball und mobiler Rollirampe. Ebenfalls interessant, das Projekt “Das Leben in der Streuobstwiese” (gefördert von der Stiftung Naturschutz, in Zusammenarbeit mit Umweltschutzamt) wo es neben Probierprodukten auch Kinderangebote gibt. Fliegende Bälle gibt es am Stand des Wohnprojekts Allmende, und bei Solare Zukunft e.V. darf erfahren werden, was mit Solarkraft und Muskelpower alles bewegt werden kann: hier wird gekocht mit der Sonne und die Eisenbahn fährt heute mal mit Pedalpower. Natürlich gibt es aus einiges zu verkosten: regionales Gemüse und Wildkräuter, aber auch heiße Schokolade, Tee, Wildkräuter und weitere Köstlichkeiten locken an vielen weiteren der über 30 verschiedenen Stände des AgriKultur Marktes. Nicht zu vergessen die Zwergziegen, die schon bei den letzten Festivals dabei waren und viel Interesse am Austausch mit Kindern hatten.

Am Sonntag 24 Juli gibt es besondere Angebote für Kinder: Zum einen gibt es Koch-Workshops für Kinder um 10:30, 12:00, 14:00 und 15:30 (s.u.). Außerdem spielt die Band “Die vergessenen Turnbeutel” auf der Hauptbühne um 11h!

Gastronomie beim AgriKultur Festival

Beim AgriKultur Festival gibt es tolles Essen und Getränke, einige wollen wir Euch hier vorstellen. Alle Anbieterinnen und Anbieter machen sich Gedanken, woher die Zutaten kommen und was damit unterstützt wird. So gibt es eine breite Palette von Schwarzwälder Öko-Rindfleisch von der Weide, vegetarischen und veganen Leckereien bis hin zum Insektenfalafel und dem indisch inspirierten und mit lokal produzierten Zutaten gekochtem Badisch Daal. Das AgriKultur Festival ist nicht dogmatisch, wer was essen soll, sondern will Raum zur Diskussion und für gutes Essen geben.

Badisch Daal gibt es mit regionaler Alb Leisa und in Variation zum Rezept oben mit regionalem Haferreis. Erhältlich am Agronauten Zelt.

Mathislehof Hinterzarten

Die Wälder GbR sind zwei Schwarzwälder Betriebe, der Mathislehof und der Untermühlbachhof. Sie produzieren vor allem Käse, Fleisch und Joghurt. Die Höfe praktizieren biologisch-dynamische Landwirtschaft und bilden dabei einen möglichst abgeschlossenen Hoforganismus. Auf dem Agrikultur Festival wird die Wälder GbR einen Wurststand aus der eigenen Produktion haben.

Hof Till

Hof Till ist ein Demeter Bergbauernhof im Südschwarzwald mit Hofkäserei, Milchziegen, Mutterkühen, alte Nutztierrassen, Direcktvermarktung, Hofküche und Eventcatering!
Die “Tolle Rolle” frisch gegrillte Fladenrollen mit verschiedenen Füllungen findest du hier auf dem Agrikulturfestival ! Da hab ich Bock drauf!

Lilli Crepe

Lilli Crepe bieten neben den süßen Klassikern wie Zimt & Zucker, Schokocreme mit Banane oder Apfelmus auch selbstgemachte Konfitüre mit Grand Marnier an, sowie die herzhaften Varianten mit Emmentaler und frischen Kräutern und Pilzen oder Ziegenkäse mit Freiburger Stadthonig und Kräutern der Provence. Die salzigen Variationen bereiten wir traditionell mit Buchweizenteig zu als Galette. Beide Teige sind frei von Milchprodukten.

Holzöfele

Grischa und Björn stammen aus einer Bäckerfamilie die das Bäckerhandwerk bereits in der 7. Generation betreibt. Unser Vater hat bereits in den 80ger und 90ger Jahren, als einer der ersten Vollkornbäcker im Raum Freiburg viele Bioläden, Reformhäser und Waldorfschul-Märkte beliefert. Die Firma Holzöfele verwöhnt ihre Kunden mittlerweile seit 10 Jahren mit frisch zubereiteten und im echten Holzofen gebackenen Flammkuchen. Dabei ist Regionalität, Saisonalität und Frische unser Maßstab.
Wir sind stets bemüht Müll zu vermeiden und wo es nicht geht, diesen zu trennen.
Da wir selbst den nachhaltigen Gedanken tagtäglich versuchen noch weiter in unser Unternehmen zu integrieren, ist das Agrikultur-Festival für uns gleichermaßen eine Herzensangelegenheit, als auch eine Plattform um gleichgesinnte kennenzulernen, neue Wege zu entdecken und sich auszutauschen.

Felix und Lars von Krosshopper in Ihrem selbstausgebauten Anhänger

Krosshopper bietet auf dem AgriKultur Festival Insekten-Falafel an. Mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit haben Insekten auf ihrem Speiseplan. Krosshopper will, dass das auch hierzulande weitere Verbreitung findet! Als mobile Experimentierküche bringen sie die Debatte ins Rollen. Mit gutem Geschmack Richtung Zukunft.

Der Kaffee Einsatzwagen

Der Kaffee-Einsatzwagen fährt vor und verwöhnt Euch mit leckersten Kaffeespezialitäten. Alles in Bioqualität. Hochwertige fair gehandelte Kaffeebohnen von ausgesuchten Plantagen, in der Rösterei Merchand and friends hingebungsvoll geröstet. 

Buchvorstellung Andreas Volz (So 24 Juli vormittags)

Als langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethnologie der Universität Freiburg hat sich Andreas Volz mit den verschiedenen Perspektiven der komplexen und vielschichtigen Kulturgeschichte der Nahrungspflanzen auseinandersetzt, eine
Geschichte, die vielen Menschen nicht (mehr) vertraut ist. Die Ergebnisse zahlreicher Forschungsaufenthalte in Afrika, Amerika und Asien flossen in die intensive Recherchearbeit ein. So entstand ein Buch, das kulturhistorische Inhalte, botanische, ökonomische und historische sowie kulinarische Aspekte vereint. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund eines zusehends in Vergessenheit zu geratenden agrarischen und damit verbunden kulturellen Wissens, entschloss er sich, das Projekt anzugehen.

Im Hauptteil werden 41 Pflanzen vorgestellt (sowie weitere 25 bei uns weniger bekannte Nahrungspflanzen). Gegliedert sind die einzelnen Pflanzenportraits folgendermaßen: Domestikation und Verbreitung, Botanik, Kulturgeschichte, Kunst, Anbau, Konsum, Heilkunde sowie Rezepte. Integriert werden Beispiele der Bedeutung der
Nahrungspflanzen in indigenen Gesellschaften aus aller Welt, sind sie doch oft integraler Teil von Mythen und Zeremonien. Denn neben der rein ökonomischen Betrachtung, die in unserer westlichen Welt den Umgang mit den Nahrungspflanzen bestimmt, besitzen sie eine überaus interessante Geschichte und sind ein wichtiger Teil kultureller
Traditionen der Menschen. Dies spiegelt sich in vielen Mythen, Märchen, Legenden und Bräuchen wider. In vielen Kulturen wurden und werden sie als heilige Pflanzen betrachtet, dementsprechend verehrt – ja mache besitzen sogar eine Seele.

Buchvorstellung am So 24 Juli 10h in Raum 143 (Schule)

Konzerte

Hier sind einige der Bands, die Ihr beim AgriKultur Festival sehen könnt:

La Nefera (Freitag 22 Juli 17h)

https://www.lanefera.ch

LA NEFERA leitet sich von “Nefertiti”, der ägyptischen Königin, ab. Sie ist eine Schweizer Musikerin mit dominikanischen Wurzeln. In ihrer Musik verschmelzen die Rhythmen ihrer lateinamerikanischen Herkunftskultur mit Hip Hop und elektronischen Klängen. Neben ihrer Musik engagiert sich La Nefera stark für soziale Belange, insbesondere für die Vernetzung und das Empowerment von Frauen. Sie wird Freitag, 22 Juli um 17h das AgriKultur Festival bereichern.

Freitag 22 Juli abends um 21h: Muchachacha

Muchachacha

Die latino-europäische Mischung aus Cumbia, Reggae und urbaner Folklore
macht den Sommer südlicher, den Asphalt wärmer und die Luft sehnsüchtiger.
Die gemeinschaftliche Spielfreude, die große Lust auf Publikumsnähe und die
Leidenschaft an allem Lateinamerikanischen hat diese Musiker als Conjunto auf die
Straße getrieben. Mit bewegenden Rhythmen, fettem Bläsersatz und eingängigen
Coros befeuern sie Kopfsteinpflaster, Bühnen und Tanzflächen (lamuchachacha.com).

Video Muchachacha

Collectivo Nativo (Samstag 23 Juli 10h)

Collectivo Nativo

Das COLECTIVO NATIVO spielt allerlei Rhythmen und Geschichten übers Leben unds Gemüse, bunte Tänze ohne Grenzen fürs Herz und flinke Füße. Freut Euch auf eine bunte Mischung von Liedern aus aller Welt, zum Hören und Tanzen über Länder, Natur, Leute und das Abenteuer Leben für große und kleine Menschen.

The Swingtones (Samstag 23 Juli 11.30h)

The Swingtones

“The Swingtones“ sind aus der Swing- und Jazzszene in Freiburg entstanden: Vollblut-Lindyhopper taten sich mit Koryphäen der Freiburger Jazzsessions zusammen und bereichern seitdem Freiburger Hochzeiten, Geburtstage und Tanzpartys mit Live-Musik. Einige der Musiker spielen schon seit 2018 zusammen, in der aktuellen Zusammensetzung spielen sie seit dem Sommer 2021. Die “Swingtones” spielen für euch in der klassischen Small Group Swing Sextett-Besetzung (Kontrabass, Schlagzeug, Gitarre, Klavier, Trompete und Saxofon) die beliebtesten Swing-Standards von Duke Ellington, Billy Strayhorn, Fats Waller, Benny Goodman, Lionel Hampton, Chick Webb & Co. im Stile der 30er und 40er Jahre und brachten bisher noch jedes Tanzbein zum Schwingen!

The moonshine pack (Sa 23 Juli 15h)

The moonshine pack

Mit Weltuntergangs-Walzer und Piraten-Polka lädt das sechsköpfige Moonshine-Pack zum Tanzen ein! Die Freiburger Band widmet sich seit 2019 dem pirate folk und hat eine Truhe verschiedener Schätze dabei: folk, country, blues – eingängig, spaßig, tiefsinnig. Mit einer guten Portion Rebellion!

The moonshine pack

Samstag 23 Juli abends um 21h: Funt.

Funt

Funt. hat sich in Konstanz zusammen gefunden. Angefangen hat alles mit einem Kaminfeuer, einem Wohnzimmer voller Instrumente und ein paar Freunden, die eigentlich an einem Mittwoch zum Kickern gehen wollten. Zum Glück haben sie sich auf dem Weg verlaufen und sind nie dort angekommen. Denn sie trafen unterwegs auf eine DJ-Größe und einen unermüdlichen Waschbär und landeten schließlich beim fliegenden Holländer am Rheinufer… Dort wurde von nun an musiziert und das Orchester wuchs und wuchs. Schließlich hatten sie einen eigenen Song, dann noch einen und immer mehr. Mit Funt. erwartet euch mittlerweile ein bunter Stilmix zwischen Rock-Balkan-Funk-Rap-Reggae-Ska-Punk, der euch irgendwo abholt, durcheinanderwirbelt und mit einer freudigen Erregung wieder ausspuckt….

Funt live in Heggelbach 2022

Sonntag 11h: Kinderliederband “Die vergessenen Turnbeutel”

Die vergessenen Turnbeutel sind eine Kinderliederband aus Freiburg, sie präsentieren Lieder zum mitmachen, mitsingen oder einfach nur zuhören. Es gibt Altes und Neues zu entdecken und erfahren , es erwarten Euch Helden- und zahlreiche Abenteuergeschichten, ein Spass für die ganze Familie.

Die vergessenen Turnbeutel, siehe auch https://www.turnbeutelmusik.de/musik/

Sonntag 15h: Sound of Smoke

Sound of Smoke aus Freiburg im Breisgau spielen Psychedelic-/Bluesrock mit kräftigem Vintage-Vibe. Elemente aus Stonerrock, aber auch Soul ergänzen diese Mischung mal zu sphärischen Klangwelten zum eintauchen oder zu fetten Riffs zum mitdancen. Isabelle formt mit Ihrer Stimme den individuellen Sound der Band.

www.soundofsmoke.de

Discjockeys

https://www.hercules-soundtruck.de

Freitags wird mit Hercules – The good old sound truck eine Freiburger Legende auflegen, ab 18.30h in den Abend rein. Erwarten tut euch ein bunter Mix aus Grooves, hört doch schonmal rein: https://soundcloud.com/hercules-soundtruck

DJ Flo the friend

Samstag wird DJ “Flo the friend” auflegen, seinen Groove könnt ihr hier schonmal checken: https://soundcloud.app.goo.gl/AdUv4

Grußbotschaften

AgriKultur Festival Freiburg grüßt AgriKultur Fest Nürnberg!

Inspiriert vom orginalen Freiburger AgriKultur Festival findet in Absprache jetzt auch ein Nürnberger AgriKultur Fest statt. Am gleichen Wochenende, vom 22-24 Juli. Alle Infos dazu unter www.agrikulturfest.de

Hintergrundwissen

Landwirtschaft

Das Landwirtschaft ist in einer paradoxen Situation: sie produziert so viel, gleichzeitig sinkt die Zahl der Bäuerinnen und Bauern ständig; auf aktuell 1,3% der Erwerbstätigen. Bauernproteste machen deutlich, dass Betriebe sich oft in der Zange zwischen Ökonomie (Spezialisierung) und Ökologie (Umweltauflagen) gegängelt sehen. Der Bauernstand versteht sich nicht als ein Beruf wie jeder andere, trotzdem ist es mit der hofeigenen Souveränität durch die starke Subventionierung des Sektors vorbei. Es ist fast unmöglich, ohne Einmischung und Auflagen zu wirtschaften. Gleichzeitig gibt es immer mehr Stimmen aus der Gesellschaft, die sich für nachhaltige Produktionssysteme und eine lebenswerte Umwelt einsetzen. Der Graben zwischen der Gesellschaft und der Landwirtschaft ist groß. Da geht es oftmals auch um die soziale Anerkennung von Bäuerinnnen und Bauern. Eine komplexe Situation. Ein Blick in die Geschichte kann helfen, dies besser zu verstehen. Der Historiker Frank Uekötter hat es jüngst in einem sehr lesenswerten Essay getan, hier der Link dazu.

Regionale Wertschöpfungsketten

Wie wir lokale und nachhaltige Ernährungssysteme aufbauen ist ein zentrales Thema für das AgriKultur Festival.

Zum Thema der regionalen Wertschöpfung hat das KOPOS Projekt einen Podcast erstellt mit Akteuren aus Freiburg.

https://www.kopos-projekt.de/ergebnis/vom-acker-auf-den-teller

Visual Recording von Jakob Kohlbrenner vom AgriKultur Festival 2019

Unterstützer des AgriKultur Festivals 2022