In diesem Panel drehte sich alles um die aktuelle Situation in der Landwirtschaft und um die erwarteten Entwicklungen. Denn allzu oft wird über Ernährung und Landwirtschaft ohne Substanz diskutiert. Wie ist die Agrarstruktur in der Region, was wird angebaut und wie wird es sich verändern? Was ist mit der Art der Betriebe und der Wirtschaftlichkeit? Wie ist die Entwicklung für die Bauern und – oft vernachlässigt – die der Bäuerinnen? Welche Effekte können wir mit dem Umschwung auf deutlich mehr Bio erwarten? Was ist mit Klein- und Nebenerwerb? Wir bringen Beiträge aus verschiedenen Sichtweisen um zu mehr Klarheit beizutragen.
Referenten:
Michael Krumm (Abteilungsleitung Regierungspräsidium Freiburg Landwirtschaft, Ländlicher Raum, Veterinär- und Lebensmittelwesen): Entwicklung der Landwirtschaft und der Agrarstruktur in der Region Freiburg
Lukas Kiefer (Uni Hohenheim): Rinderhaltung im Schwarzwald im Spannungsfeld zwischen bäuerlichen Strukturen, Erzeugung hochwertiger Lebensmittel und naturschutzfachlichen Belangen
Dieses Panel behandelte Wege und Strategien wie sich Stadtregionen stärker lokal versorgen wollen. Ansätze wie Market Gardening in der Produktion und der Lebens.Mittel.Punkte in der Distribution können dabei effektiv sein. Der Zugang zu peri-urbanem Land und die Re-Orientierung der Produktion auf lokale Bedürfnisse sind dafür weitere wichtige Vorraussetzungen. Das bedeutet, dass es politische Unterstützung und Strukturen braucht, um die Ausrichtung weg vom Weltmarkt hin zur stärkeren regionalen Resilienz zu ermöglichen. Dabei ist es auch wichtig, über die Vorteile eines solchen Paradigmenwechsels zu sprechen: Was sind die Potentiale der Regionalversorgung?
Referentinnen und Referenten:
Annabella Jakab (Netzwerk Flächensicherung) : Kooperationen zum periurbanen Flächenzugang
Urs Mauk (Netzwerk Market Gardening): Schnelle Gemüse-Versorgung für die Stadt auf wenig Raum
Gerolf Hanke (Ökoinstitut): Potentiale der Regionalität
Stephan Gothe (Regionalwert Impuls GmbH): Wertschöpfungsketten bespielen
Viele Hände waren beteiligt, bis die Gurke, der Spargel oder die Erdbeere schließlich auf unseren Tellern landen. Wer uns hier satt macht und wie es um die Arbeitsbedingungen steht, ist dabei weitgehend unsichtbar.
Schließlich findet der erste Kontakt mit Lebensmitteln in der Regel im Supermarkt statt – in einer Gesellschaft, in der heute lediglich 1,3% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft arbeiten. Mit der Podiumsdiskussion „Wer macht uns satt? – Landwirtschaftliche Arbeitsverhältnisse heute und im utopischen Morgen“ haben wir diese Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.
Und gefragt: Warum wird eine derart „systemrelevante“ Arbeit unter großer körperlicher Belastung so geringgeschätzt und schlecht entlohnt? Was haben diese Verhältnisse mit Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus zu tun? Wie kann globale Gerechtigkeit morgen auf unseren Tellern aussehen? Die Klimakrise ist in vollem Gange während die Landwirtschaft weiterhin auf hohe Mechanisierung, Raubbau an Böden, Wasser und Biodiversität und Saisonarbeit setzt – Wie müssen wir landwirtschaftliche Arbeit in einer postfossilen Welt neu denken? Welche Alternativen zu den vorherrschenden Verhältnissen gibt es schon jetzt, wohin soll die Reise gehen und welche Widersprüche und Hürden ergeben sich auf dem Weg?
Mit uns diskutierten: Horst Ritter (Betriebsleiter Demeter-Gärtnerei Piluweri) Interbrigadas (internationalistische Bewegung mit Nord/Süd-Fokus) Martin Linser (Kreisverbandsvorsitzender des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes) Tonia (Gärtnerin bei der Solawi Gartencoop Freiburg) Moderation: Judith Petzold und Luciano Ibarra
Verschiedene Facetten dieses wichtigen Themas wurden in diesem Panel beleuchtet: Es geht um Agroforst Ansätze, um Photovoltaik auf dem Acker und um CO2 Speicherung im Boden. Hier bereits ein Positionspapier zu Klimalandschaften und ein Positionspapier zur CO2 Bindung in Böden. Akteure aus Forschung und Praxis kamen zusammen um das Thema zu diskutieren.
Hans Martin Krause (FibL): CO2 Senke Acker
Eine zentrale Herausforderung unserer Zeit ist die Anpassung der landwirtschaftlichen Produktion an den Klimawandel und die Schliessung von Stoffkreisläufen. Um die Auswirkungen von Extremwetterereignissen abfedern zu können braucht es eine gesunde Bodenstruktur um den Wasserstress unserer Kulturpflanzen zu verringern. Massgeblich für die Bodenstruktur ist neben der standortgegebenen Bodentextur vor allem der Bodenkohlestoffgehalt. Kann eine biologische Bewirtschaftung dabei helfen Bodenstruktur aufzubauen und Stoffkreisläufe zu schliessen? Warum macht es keinen Sinn den Bodenkohlenstoff als CO2 Senke zu zertifizieren? Antworten dazu gibt es im Vortrag von Hans-Martin Krause, zusammen mit Ergebnissen aus einem 42 Jahre alten Systemvergleichsversuch
Sonja Kay (Agroscope Zürich): Agroforst als Klimaschützer
Streuobstwiesen, bestockte Weiden und Kastanienselven haben eine lange Tradition in unseren Regionen. Als «Klimaschützer» sind Agroforstsysteme – die Kombination von Bäumen und Sträucher mit Acker-, Gemüse- und Weinbau sowie Tierhaltung – jedoch sehr jung. Moderne Agroforstsysteme kennt man als Alley cropping, Kurzumtriebsplantage oder auch als Futterhecken. Sie erfreuen sich aufgrund ihrer positiven Umweltwirkungen auf Boden, Wasser, Luft, Klima, Biodiversität und Landschaft sowie gleichzeitiger Weiterführung der landwirtschaftlichen Produktion grosser Beliebtheit in Praxis und Politik. Jedoch sollte ein Agroforstsystem gut geplant sein. Denn Langfristigkeit steht an erster Stelle, wenn die Systeme ihr Umwelt- und Produktions-Potenzial über 60-100 Jahre hinweg voll entfalten sollen.
Prof. Dr. Andreas Gattinger, Justus-Liebig-Universität Gießen: „Make the cow green again“ – das Potenzial ökologischer Tier-Pflanzen-Agrarsysteme für die planetare Gesundheit
Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung der letzten Jahrzehnte ist gekennzeichnet von entkoppelten Stoffkreisläufen mit hohen Stickstoffüberschüssen, Treibhausgasemissionen, Flächenkonkurrenz, Bodendegradation und Problemen beim Tierwohl. Industrialisierung und Spezialisierung haben diese Entwicklungen vorangetrieben. Als eine Lösungsmöglichkeit, um die Stoffkreisläufe wieder zu schließen, gilt die Rinderhaltung in ökologischen Gemischtbetrieben für Milch, Fleisch und pflanzliche Lebensmittel. A. Gattinger zeigt in seinem Vortrag, welche Potentiale von solchen Tier-Pflanzen-Agrarsystemen mit Wiederkäuer ausgehen und wie diese zur Ökologisierung und zur Transformation des vorherrschenden Agrar- und Ernährungssystem beitragen können.
Eva-Maria Stollenwerk (ISE): Agri-PV
Fredi Rutschmann (Hof Gasswies): Klimaschutz auf dem Hof
Aus der Bauernperspektive berichtet Fredi Rutschmann vom Hof Gasswies, wie Klimaschutz auf einem Demeter-Betrieb mit Viehhaltung, Grünland, Obst, Ackerbau und Wald funktionieren kann. Seine innovativen Ansätze sind beispielhaft.
Auftaktveranstaltung des „Netzwerks der baden-württembergischen Ernährungsräte“ mit ernährungspolitischen Sprechern des Landtags
Gemeinsam sind wir stärker – unter diesem Motto haben wir mit Euch den Auftakt des „Netzwerks der baden-württembergische Ernährungsräte“ gefeiert! Aktive der Ernährungsräte aus Freiburg, Heidelberg, Stuttgart und Tübingen-Rottenburg gaben einen Einblick, wie Ernährungsräte zu einer gelingenden Ernährungswende beitragen. Unter großem Gerassel übergaben wir unsere Deklaration an die ernährungs- und agrarpolitischen Sprecher des Landtags. Alle waren eingeladen, Kochlöffel und Küchenreiben mitzubringen, um gemeinsam Stimmung zu machen für die Agrar- und Ernährungswende in Baden-Württemberg! Von einer Graswurzelbewegung zur gelingenden Ernährungswende….
Das Programm gibts zum Download hier auf der Webseite, in gedruckter Form bei AgriKultur e.V. und regelmäßige Updates in den sozialen Medien. Wenn noch nicht geschehen, tragt Euch auch für den Newsletter ein (s.u.) und bleibt immer informiert!
Beim Workshop von Kommunikation und Medien e.V. mit dem Medienvelo ist diese spannende Reportage über das AgriKultur Festival 2022 entstanden – danke an Elsa und Paula, die sich erfolgreich als Nachwuchs- Reporterinnen versucht haben!
Hülsenfrüchte sind die Zukunft – für die Böden und für unsere Ernährung. Warum dass so ist, erklärte Nicolas Carton in einem Kochkurs speziell zu Hülsenfrüchten.
– kurze Einführung: wie Hülsenfrüchten die Welt retten werden, aktueller Stand in Deutschland
– Hülsenfrüchte richtig kochen
-Teilnehmer*innen teilen ihren Lieblingsrezepte
– Konzept Hülsenfruchtaufstrich + Praxis
– Konzept Hülsenfruchtbratlinge (eventuell Praxis, je nach Gruppenanzahl)
Wir freuen uns sehr, dass wir mit Sonja Korspeter von TerraABC einen tollen Mediapartner für bäuerliches Wissen an Bord haben. Sie hat auf dem Festival viele Interviews geführt, die hier und auf der Online Plattform von TerraABC Organisation geteilt werden.
Im Panel Gerolf Hanke (Öko-Institut), Annabella Yakab (Netzwerk Flächensicherung) und Urs Mauck (Netzwerk Market Gardening / Relavisio) – hier ihre Positionen zu unseren Fragen:
Gerolf Hanke (Öko-Institut)
1) Was ist Agrikultur für Dich?
Bei Agrikultur – da stecken der Kulturbegriff und die Agrarproduktion drin. Für mich ist Agrikultur positiv konnotiert, ich denke an Ökologische Landwirtschaft, daran wie menschliche Kultur in Landwirtschaft drinsteckt.
2) Was macht zukunftsfähige regionale Versorgungsstrukturen aus? Was braucht es, sie zu bilden?
Das Kooperative, einfach regional reicht nicht. Es muss das grosse Ganze dabei sein und das funktioniert im sozialen Nahbereich besser, man sieht, was man macht. Es braucht Wertschätzung für die so erzeugten Produkte, auch finanzieller Art. Ausserdem braucht es den Abbau der Unterstützung des Falschen. Das Gute entsteht vor allem, wenn es gelassen wird.
3) Was ist Dein Steckenpferd, das Du hier präsentiert hast und das Dich begeistert?
Ich habe die politische Brille auf, ich mache politische Beratung. Manchmal ist dies frustrierend, weil das Drehen an den grossen Rädern zäh ist. Doch es ist eine notwendige Ergänzung der kulturellen Bottom-Up-Prozesse. Ab einer gewissen Reife brauchen Bewegungen die politische Unterstützung, damit sie in die Breite kommen. Gute Ideen entstehen nicht in der Politik, doch sie können von ihr aufgegriffen und verbreitert werden.
Wünsche an die gute Fee:
Bei der GAP (Gemeinsame EU-Agrarpolitik) Vernetzungsstrukturen aufbauen und schnell zu Verbesserungen kommen. Ideen, die da sind in die Breite bringen.
Annabella Yakab, Netzwerk Flächensicherung
1) Was ist Agrikultur für Dich?
Agrikultur – da steckt der Kulturaspekt drin, die Teilhabe der Gesellschaft, die Ernährungssouveränität. Die Kultur mitzugestalten, auf die Bedürfnisse der Menschen, die in diesem Jahrhundert leben, anzupassen. Kultur ist was die Menschen daraus machen. Selber bestimmen, was wir konsumieren und verzehren von der Fläche, Einfluss nehmen auf Kulturlandschaft, denn es geht dabei nicht nur um Naherholung, sondern auch um Nahrungsmittelproduktion und darum resiliente Systeme in der eigenen Region zu stärken.
2) Was macht zukunftsfähige regionale Versorgungsstrukturen aus? Was braucht es, sie zu bilden?
Ich habe ein grosses Interesse für Boden, nicht dafür wie er verteilt wird, sondern auch wie wir mit ihm umgehen. Boden ist ein komplexes Ökosystem, welches wir (wieder) aufbauen und von dem wir leben können. Auch wir sind Teil eines Ökosystems. Es ist immer ein Zusammenspiel komplexer Systeme; es geht nicht darum, dass der Gärtner einfach mehr Gemüse produziert, sondern dazu gehören dann auch eine gute Logistik und Vermarktung. Investitionsförderprogramme für Landwirte, die es anders machen wollen, helfen. Doch entscheidend ist auch, die Steine aus dem Weg zu räumen. Hier braucht es die Kooperation zwischen einzelnen Branchen, der öffentlichen Hand und der Lokalpolitik. Sie müssen ihre Hebel einsetzen, damit Akteure, die neue Strukturen regionaler Versorgung aufbauen wollen, Unterstützung erhalten. Entscheidend ist auch ein gegenseitiges Verständnis zu entwickeln, herauszufinden, was es braucht. Zusammen ein System entwickeln, das sich in der Fläche trägt und das von allen aufgenommen wird. Das Beispiel Ökologische Vorrangflächen – auf manchen Betrieben sind sie einfach nicht sinnvoll integrierbar. Da müssen andere Lösungen gefunden werden. Jede Region hat andere Herausforderungen, entsprechend müssen auch die Fördersysteme regional angepasst sein.
3) Was ist Dein Steckenpferd, das Du hier präsentiert hast und das Dich begeistert?
Ich komme aus einer Bottom up Bewegung, ich habe Ökolandbau studiert und komme von einem Gemüsebaubetrieb. Der Boden ist für mich die Grundlage allen Lebens. Die Motivation für mein Engagement ist, dass ich möchte, dass der Boden gut behandelt, aufgebaut und erhalten wird für nachfolgende Generationen. Dass die Ernährung in Deutschland gewährleistet werden kann und wir nicht in 30 Jahren vor staubtrockenen Äckern stehen. Jetzt haben wir noch die Möglichkeit zu verstehen, wie die Systeme funktionieren, dieses Wissen anzuwenden und auch Flächeninhaber dafür zu sensibilisieren, dass Flächen besitzen bedeutet zur Ernährungssouveränität beitragen zu können. Gerade auch bei den öffentlichen Flächeneigentümern möchten wir mit unserer Arbeit Verständnis schaffen für eine gute Bewirtschaftung des Bodens. Damit sie ihre Verantwortung übernehmen für öffentliche Flächen als Gemeinwohl. Die „gute fachliche Praxis“ steht in jedem Pachtvertrag, doch gelebt und überprüft wird sie nur selten.
Wünsche an die gute Fee:
Das Grundstücksverkehrsgesetz und Agrarstrukturgesetz anwenden, ich wünsche mir das Dinge umgesetzt werden in der Fläche. Dass das wovon wir reden auch gemacht wird. Ins Tun kommen.
Ich wünsche mir, dass die öffentlichen Flächeneigentümer verstehen, dass lokale Flächenvergabepolitik Ernährungspolitik ist. Dass sie alles in der Hand haben, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und eine lebenswerte Umwelt zu gestalten.
Urs Mauck, Netzwerk Market Gardening / Relavisio
1) Was ist Agrikultur für Dich?
Agrikultur hat verschiedene Ebenen, da ist einerseits der praktische Umgang mit dem Boden und die Produktion von Nahrungsmitteln. Agrikultur hat andererseits was mit der Pflege von Ökosystemen und Umwelt zu tun und beinhaltet auch handwerkliche und gesellschaftskulturelle Aspekte. Essen ist ja Kultur, ist nicht nur ernährungsphysiologisch wichtig sondern hat auch einen sozialen Aspekt.
2) Was macht zukunftsfähige regionale Versorgungsstrukturen aus? Was braucht es, sie zu bilden?
Bei Regenerativer Landwirtschaft geht es darum, über die Produktionsweise Bodenfruchtbarkeit und darüber hinaus funktionierende Agrar-Ökosysteme aufzubauen, die sich selber erhalten, die stabil sind und die selber wachsen, so dass mehr Energie, mehr Leben, mehr Produktivität entsteht. Als Nebeneffekt gesunder Agrar-Ökosysteme entstehen Ressourcen, die wir als Menschen nutzen können. Jede Pflanze kreiert einen Überschuss, den sie nicht mehr braucht.
Energie-Akkumulation – Sonnenenergie wird in Form von Biomasse und Leben gespeichert.
Wenn man das gut pflegt, dann kann man etwas entnehmen ohne dass das System darunter leidet bzw. weniger wird. Denn es wird ein Überschuss generiert.
In der öffentlichen Diskussion fokussieren wir uns auf CO2 und andere Klimagase, das ist gut zu vermitteln und rüttelt die Leute auf. Doch ich glaube nicht, dass CO2 das drängenste Problem, ist, das wird haben, sondern dass wir in einer mega krassen Weise Ökosysteme zerstören / schädigen, so dass sie sich nicht mehr regenerieren und diesen Überschuss dann nicht mehr generieren.
Wir können uns Ökosysteme auf unserem Planeten vorstellen wie die Organe in unserem Körper. Und wir wissen, was es bedeutet, wenn Organe geschädigt sind. Wir sind jetzt an diesem Punkt, wo der Planet, auf dem wir leben mit seinen Ökosystemen, nicht mehr richtig funktioniert.
Und diese Idee, dass Landwirtschaft vielleicht noch ein bisschen CO2 speichern kann…. Aus meiner Sicht ist es so, dass es wenn es gut läuft, der Überschuss ausreicht, um die Energie zu ersetzen, die wir verballern. Nicht mehr. Denn auch regenerative Landwirtschaft verbraucht Energie.
3) Was ist Dein Steckenpferd, das Du hier präsentiert hast und das Dich begeistert?
Das ist die Regenerative Landwirtschaft und da vor allem die Bodenfruchtbarkeit. Im Kern geht es mir darum, zu vermitteln, dass Regenerative Landwirtschaft eine Haltung ist, und kein Massnahmenkatalog. Es geht um ein Verständnis darüber wie Boden funktioniert. Wie die Interaktion zwischen Pflanzen und Mikroorganismen im Boden passiert, wie Ökosysteme funktionieren, wie sich Wasser in Landschaft verhält. Und wenn ich das weiter denke, dann…. es reicht ja nicht Regenerative Landwirtschaft zu machen, selbst wenn wir jetzt alle fruchtbaren Boden hätten und keine Spritzmittel bräuchten, dann gibt es ja noch die anderen Krisen. Wir müssen ein regeneratives Handeln als Menschheit schaffen. Wenn ich verstanden haben, wie die Prozesse in der Natur funktionieren, dann ist die nächste Ebene auch im sozialen und im wirtschaftlichen andere Dinge auszuprobieren. Und da sind wir dann ganz schnell bei Regionalität, dem direktem Bezug zu den Menschen, die das essen, was wir produzieren. Und dann komme ich auch aus dem Weltbild der Konkurrenz raus. Natur ist kein Konkurrenzsystem, das ist ein Kooperationssystem. Aus dem Kontext gerissene Interpretationen von Darwins ‚Survival of the fittest‘ ist mit eine der Ursachen, dass wir heute dieses Bild der Konkurrenz haben. Doch es geht darum, wer am besten angepasst ist, nicht darum wer am stärksten ist. Miteinander kooperieren kann passender sein und damit zu mehr Stärke führen.
Unser Planet ist nicht so erfolgreich, weil er ein Konkurrenz-System ist, sondern weil er ein Riesen-Kooperations-System ist. Entsprechend ist ein Schädling kein Problem sondern ein Symptom. Er erfüllt eine Funktion im grossen Ganzen.
Wunsch an die gute Fee:
Dass Landschafts- und Siedlungsplaner verstehen wie natürliche / ökologische Zusammenhänge funktionieren und dass wir es erreichen das Paradies auf Erden zu erhalten
Tip für youtube: The lessons of the loess plateau (China)